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Techniken - Der Vortrag

Das Referat

 

Was ist ein Referat? Wozu dient es?

 

Ein Referat dient als Informationsquelle für die Zuhörer. Es vermittelt Wissen zu einem bestimmten Thema, wobei es sich gerade in den ersten Semestern meist um Basiswissen zu dem jeweiligen Themenkomplex handelt. Es geht also nicht darum, möglichst viel über das Thema zu präsentieren, sondern darum, dass die Zuhörenden das Referat verstehen und so ihr Wissen erweitern können. Im Unterschied zur Schule geht es in einem wissenschaftlichen Referat nicht darum, die eigene Meinung zu einem Sachverhalt darzulegen oder zu begründen, sondern die Fachliteratur darzustellen und auszuwerten. Ein gutes Referat beinhaltet drei Elemente, nämlich die eigentlichen Inhalte, eine klare Struktur, grob gesagt bestehend aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schlussteil und der Präsentation der Inhalte. All dies ist für ein gelungenes Referat entscheidend.

 

Das Referat an der Universität

 

Ein wissenschaftlicher Vortrag fasst Aussagen und Thesen diverser Wissenschaftler zusammen und stellt sie ggf. gegenüber und vergleicht sie miteinander; persönliche Meinung oder Kommentare sind hier unangebracht. Am Ende eines Referats kann eine persönliche Einschätzung zu der Thematik mit hineinfließen, sollte aber als solche kenntlich gemacht sein.
Eine kritische Auswertung ist jedoch stets wünschenswert. Eine solche Kritik bezeichnet jedoch keine inhaltliche Wertung des dargestellten Gegenstandes (also nicht "diese oder jene religiöse Tradition erscheint unsinnig, weil..."), sondern richtet sich beispielsweise an die Literatur oder Autorenschaft, die z.B. ein pauschalisierendes Bild skizzieren, bestimmte Dinge nicht berücksichtigen, werten u.ä.
Es reicht nicht, ein Werk zu dem Thema als Informationsquelle zu nutzen; vielmehr soll möglichst umfassend die Fachliteratur im jeweiligen Themenkomplex erarbeitet und gegenübergestellt werden. Gibt es zu der Thematik sehr viele Werke, ist dies jedoch kaum leistbar. In dem Falle sollte man sich bemühen, dennoch verschiedene Perspektiven zu dem Sachverhalt zu Rate zu ziehen.
Interessant ist ein Referat, wenn Widersprüche und unterschiedliche Ansatzpunkte aus der Fachliteratur gegeneinander abgewogen werden; so wird aus der einfachen Beschreibung eines Sachverhalts eine Analyse. Überlegungen, warum die Autoren zu verschiedenen Schlüssen kommen und was aus welchen Gründen einleuchtender/ logischer erscheint, sind die Basis von wissenschaftlichem Arbeiten und zeigen Eigeninitiative sowie die Fähigkeit über die Grundanforderungen hinaus denken, Zusammenhänge erstellen und analysieren zu können.
Eine Positionierung ist in diesem Fall durchaus möglich; diese darf jedoch nicht im Sinne eigener Auffassungen erfolgen (also nicht "ich finde diesen Autor besser, weil ich der gleichen Meinung bin"). Vielmehr soll logisch-konsistent argumentiert werden. Z.B. "Die Autorin stellt den Sachverhalt schlüssig dar, kennt die Fachliteratur und argumentiert nachvollziehbar, wie sich an dieser oder jener Stelle zeigt."
Auch an das Referat selbst wird die Anforderung einer wissenschaftlichen Argumentation gelegt: So muss die Argumentationslinie logisch nachvollziehbar und intersubjektiv überprüfbar sein; ein "roter Faden" muss ersichtlich sein. Es geht in einem Referat nicht darum, Behauptungen aufzustellen, sondern das, was man sagt, muss begründet und aus der Literatur belegt werden können. Das heißt jedoch nicht, dass wie in einer Hausarbeit bei jeder Aussage ein Nachweis geführt werden müsste; woher die Informationen jedoch insgesamt stammen, muss deutlich gemacht bzw. auf Nachfrage gegeben werden können.

 

Die Gliederung eines Referates

 

Einleitung

 

Die Einleitung dient der Vorstellung des Themas bzw. der Hypothese die das Referat bestätigen oder widerlegen soll. Auch das Ziel des Vortrages, also worauf man eigentlich hinaus will, sollte umrissen werden. Ebenso ist ein Hinweis auf die benutzte Literatur angebracht (ggf. auch, welche Probleme es damit gab). Eine Vorstellung der Gliederung/ des Ablaufs des Vortrags sowie die Einordnung in den Seminarkontext hilft dem Publikum sich in das Thema hineinzufinden und die Verbindung zu den sonstigen Inhalten der Lehrveranstaltung herzustellen.

 

Hauptteil

 

Der Hauptteil dient – kurz gesagt – zur Ausführung des Themas. Wichtig ist dabei, klare Strukturen zu schaffen, in denen das Wesentliche deutlich wird. So ist es während des Referats empfehlenswert zwischendurch noch einmal zu sagen, an welcher Stelle man gerade ist. Schachtelsätze sowie die ständige Nutzung von Fremdwörtern erschweren es der Zuhörerschaft der Argumentation zu folgen; stattdessen sind kurze, klare Sätze und deutliche Formulierungen sinnvoll.

 

Schlussteil

 

Das Ende des Referates soll nicht abrupt erfolgen, sondern im Konzept – auch zeitlich – eingeplant sein. Das, was am Schluss erzählt wird, bleibt auch am ehesten im Gedächtnis, also können hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst werden und die Ergebnisse, zu denen man gekommen ist, genannt werden.

 

Das Referat als Sprechakt: die Präsentation

 

Damit die Inhalte den Zuhörern vermittelt werden können, ist eine gelungene Präsentation entscheidend: die Art des Vortrages bestimmt die Hörbereitschaft. Die Überflutung der Zuhörer mit möglichst vielen Namen, Daten und Fakten ist völlig ungeeignet; stattdessen sollte nur dargestellt werden, was sich das Publikum wirklich merken sollte und das entsprechend aufbereitet werden. Durch Medien, Folien, Tafelbilder, Handouts (siehe weiter unten), Beamerpräsentationen und je nach Thema das Anführen von Hörbeispiele werden verschiedene Sinne angesprochen, denn Aufmerksamkeit ist nicht konstant, sondern muss immer wieder erworben und aufrecht erhalten werden durch einen lebendigen Vortrag, Beispiele, Anekdoten oder Witze (allerdings sollte man es andererseits damit nicht übertreiben).
Rhetorische Fähigkeiten unterstützen das Verständnis des Vortrages: Pausen im Redefluss und das Stellen rhetorischer Fragen sind dafür probate Mittel. Auch eine abwechslungsreiche Modulation, die Betonung/ Hervorhebung zentraler Thesen, Sprachrhythmus und Sprachmelodik sollten genutzt werden (allerdings auch hier ohne dies zu übertreiben). Sprachliche Monotonie kann auch das interessanteste Thema sehr langweilig machen. Zudem ist darauf zu achten, nicht zu schnell zu reden. Die Zuhörer sollen sich angesprochen fühlen; dies erreicht man z.B. durch Blickkontakt (in den Gesichtern sieht man auch, ob das Gesagte ankommt), eine offene Körperhaltung und Gestik.
Zudem sollte möglichst wenig abgelesen werden, da auch dies schnell langweilig wird und der/die Referierende nicht präsent und ansprechbar wirkt, wenn er/sie ständig auf das Skript starrt. Das Ziel ist, so frei wie möglich zu sprechen – was natürlich gerade am Anfang schwer ist.
Für ein gelungenes Referat ist zudem wichtig die Zeit im Auge zu behalten: der Richtwert von etwa 25 Minuten sollte etwa eingehalten werden – viel länger können die Zuhörer eh nicht konzentriert zuhören.

 

Das Manuskript

 

Für das Referat ist es sehr ungünstig, einen schon fertig ausformulierten Text als Skript zu nehmen, da der mündliche Vortrag völlig andere Kriterien erfüllen müss als eine Ausarbeitung/ Hausarbeit. In einer Referatsfassung kann man statt des in Hausarbeiten Fließtextes mit optischen Reizen arbeiten; wichtiges farblich hervorheben, Unterpunkte auch optisch strukturieren durch andere Schriftarten, oder Einrücken, sich selbst "Regieanweisungen" geben u.ä. Reines Ablesen eines komplett ausgeführten Textes ist für die Zuhörer sehr anstrengend und oft wenig effizient, da der/ die Referierende keinen Blickkontakt herstellt, beim Reden leicht viel zu schnell wird und meist keine rhetorischen Mittel einsetzt; gutes Vorlesen ist eine Kunst.
Insgesamt sollte man möglichst frei reden, ganz auf ein Skript zu verzichten ist jedoch auch nicht empfehlenswert, da dies leicht strukturlos wird.
Das Manuskript sollte einseitig beschriftet werden und möglichst übersichtlich sein. Ein handschriftliches Zettelchaos wirkt weder besonders kompetent noch erleichtert es das Referieren. Einen strukturierten – und damit gleichsam auch kompetenteren – Eindruck macht z.B. ein mit dem Computer geschriebenen Skript (speziell wenn man seine eigene Schrift nicht unbedingt lesen kann) oder Karteikarten (an denen man sich festhalten aber nicht hinter verstecken kann).

 

Das Handout

 

Auf einem Handout können weitere Informationen zu dem Referat zusammengetragen werden; darauf finden sich z.B. eine Gliederung, wichtige Punkte oder die Zusammenfassung des Referats, Thesen oder wichtige Quellen. Auch Bilder oder prägnante Zitate können aufgeführt werden. Wann ein Handout ausgeteilt wird, richtet sich nach der Intention; z.B. vor dem Vortrag, um dem Ablauf des Referates besser verfolgen zu können, oder aber bei bestimmten Unterpunkten, um ein passendes Zitat im richtigen Moment mitlesen zu können aber nicht zuvor von dem Vortrag abgelenkt zu werden. Insgesamt liegt der Sinn eines Handouts darin, dass die Zuhörer hinterher etwas von dem Referat in der Hand halten bzw. dem Referat besser folgen können. Auch Literaturnachweise auf dem Handout sind angebracht für einen wissenschaftlichen Vortrag, da so die Quellen überprüft werden können und zudem die Teilnehmer, die sich genauer in die Thematik einarbeiten wollen, eine Anregung bekommen.
Formal sollte das Handout möglichst knapp gefasst sein und 1-2 Seiten nicht überschreiten; z.B. den kompletten Referatstext der Zuhörerschaft auszuhändigen, ist nicht Sinn der Sache.

 

Die Übung

 

Das „Proben“ des mündlichen Vortrags zum Beispiel vor einem Spiegel hilft dabei, Mimik und Gestik zu überprüfen. Dabei sollte man versuchen so frei wie möglich zu sprechen. Auch eine Art "Generalprobe" vor Familie oder Freuden schafft Sicherheit und klärt, ob die Darstellung verständlich und nachvollziehbar gehalten ist und was vielleicht noch deutlicher hervorgehoben werden sollte. Auch zeigt sich an, diesem "Probereferat", ob der Zeitrahmen eingehalten wird.

 

Die „Aufregung“

 

Nervosität vor dem ersten Referat ist völlig normal und wird dadurch, dass man sich möglichst lange vor dem Referieren drückt, nicht weniger! Niemand erwartet Perfektion von dem Vortrag, sondern "nur" ein verständliches Referat. Auch wenn etwas nicht ganz so funktioniert, wie man es geplant hat, ist das nicht weiter schlimm; gerade beim ersten Referat sollte man sich selbst auch zugestehen, Fehler machen zu dürfen und sich nicht gleich entmutigen lassen. Normalerweise ist die Eigenwahrnehmung in diesem Fall sehr viel schlechter als die Wahrnehmung des Vortrags in den Augen der Teilnehmer.
Es gibt einige einfache Mittel, um sicherer aufzutreten, als man vielleicht ist. Grundsätzlich sollte man versuchen, beim Publikum einen guten Eindruck zu machen. Dies erreicht man z.B. mit Freundlichkeit und einem Lächeln; eine Begrüßung (mit Namen) und ein Schlusssatz (z.B. "Danke für´s Zuhören") schafft eine gute Atmosphäre. Oft wird auch unterschätzt, wie wichtig es ist, zu vermitteln, warum das Thema spannend/ wichtig ist. Denn, warum sollten sich die Zuhörer für ein Thema begeistern, wenn nicht einmal der/die Referierende daran Interesse zeigt? Zudem ist alles zu vermeiden, was unseriös oder inkompetent wirken lässt.
Eine aufrechte Körperhaltung und Blickkontakt suggeriert auch inhaltliche Sicherheit und Kompetenz. Pausen im Sprechfluss betonen das Wesentliche, also nicht ohne Punkt und Komma reden und vor allem: das Atmen nicht vergessen! Auch bei großer Aufregung sollte man nicht versuchen, so schnell wie möglich den Vortrag hinter sich zu bringen, sondern ruhig zu bleiben und langsam zu reden (Auch Dinge wie "langsam reden", "Pause" oder "Atmen" kann man sich als "Regieanweisung" in sein Skript schreiben).
Beim Nutzen von Präsentationstechniken sollte allerdings nicht vergessen werden, dass keine noch so gute "Show" darüber hinwegtäuschen kann, wenn der Inhalt falsch ist und man vom Thema keine Ahnung hat.

 

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