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Vorlesungen
PD
Dr. Dr. Ina Wunn
Religionen
in vorgeschichtlicher Zeit
TV
2, Dol 16-18 Uhr, Raum: Bismarckstr. 2/I 21, Beginn: 23.10.2003
Die
Frage nach den Religionen der vorgeschichtlichen Zeit wird innerhalb
der Religionswissenschaft und der Archäologie gerade in den letzten
Jahrzehnten wieder intensiv diskutiert. Die stürmische Entwicklung
relativ junger Wissenschaften wie Paläoanthropologie und Archäologie
liefert inzwischen eine Fülle von Faktenmaterial, das die
Rekonstruktion der vorgeschichtlichen Religionen auf eine völlig neue
Basis stellt. Ältere Vorstellungen von schamanistischen Ritualen oder
Fruchtbarkeitskulten in prähistorischen Gesellschaften entpuppten
sich als fehlerhafte Interpretationen unzureichenden Datenmaterials in
einem vom Zeitgeist geprägten wissenschaftlichen Klima und sind nach
aktuellem Forschungsstand nicht mehr haltbar. Eine auf empirischen
Untersuchungsergebnissen basierende religionswissenschaftliche
Forschung kann heute belegen, dass früheste religiöse Empfindungen
Ausdruck in den Begräbnissen des Paläolithikums fanden. Ein erster
symbolischer Formenschatz wird mit den Kunstobjekten des oberen Paläolithikums
greifbar. Diese beginnenden religiösen Ansätze entwickeln sich im
Neolithikum rasch zu einer Vielzahl höchst differenzierter
Religionen, in denen zunächst die Gestalt einer mythischen Urmutter
und die Verehrung der Toten im Mittelpunkt steht. Erst in den Kulturen
des mittleren Neolithikums werden eigentliche Göttergestalten
greifbar.
Die
Vorlesung behandelt im Wintersemester sowohl die Frage der möglichen
Religiosität der ersten Hominiden als auch Spuren konkreter erster
religiöser Äußerungen im mittleren und jüngeren Paläolithikum.
Die Veranstaltung wird im Sommersemester mit den neolithischen
Religionen fortgesetzt.
Lektürevorschlag:
Auffermann,
Bärbel / Orschiedt, Jörg: Die
Neandertaler. Eine Spurensuche.
Stuttgart
2002.
Cunliffe,
Barry (Hg.): Illustrierte Vor- und Frühgeschichte Europas,
Frankfurt / New York 2000.
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Proseminare
Prof. Dr. Dr. Peter Antes
Einführung in die europäische Religionsgeschichte
(auch für European Studies)
SE 2, RelGes, Do 11-13, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn:
23.10.2003
Die Diskussion um die religiös-kulturelle Identität Europas
hat den Blick auf die Religionsgeschichte Europas gelenkt. Das Seminar
wird zeigen, dass die simple Verkürzung der Sichtweise auf die jüdisch-christliche
Tradition diesem Phänomen nicht gerecht wird und zwar weder mit Blick
auf die vorkonstantinische Zeit noch mit Blick auf die neuere und
neueste Geschichte.
Literaturempfehlung als Erstorientierung:
Christoph Elsas: Religionsgeschichte Europas. Religiöses
Leben von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart, Darmstadt 2002
23.10.2003 - Einführung und Festlegung des endgültigen
Verlaufsplanes
30.10.2003 - Religion im vorgeschichtlichen Europa
06.11.2003 - Alteuropäische
religiöse Traditionen der finnougrischen Zuwanderer
13.11.2003 - Kelten,
Germanen, Balten und Slawen
20.11.2003 - Die Religion der Griechen
27.11.2003 - Die
Religion der Etrusker und Römer
04.12.2003
- Integration von orientalischen Weisheiten und Kultgemeinschaften in
den hellenistisch römischen Weltreichen
11.12.2003 - Das Christentum im Altertum (vorkonstantinische
Zeit)
18.12.2003 - Mönchtum
und Mystik im christlichen Abendland
08.01.2004 - Europa
zwischen islamischer, kirchlicher und weltlicher Herrschaft
15.01.2004 - Freiheitliche Aufbrüche und konfessionelle
Herrschaft
22.01.2004 - Christen
und Juden
29.01.2004
- Die multireligiöse Landschaft der Gegenwart: Islam, Hinduismus,
Buddhismus, neureligiöse Bewegungen
05.02.2004 - Menschenrechte und säkularer Staat
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Dr. Gustav-Adolf Schoener
Religionskritik
– Teil II
SE 2, Di 14-16
Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 21.10.2003
Die Religionskritik der Neuzeit erlebt mit der Reformation
einen ersten Höhepunkt. Als Kritik an Teilen der Lehre und Praxis der
katholischen Kirche will sie aber Religion nicht prinzipiell bekämpfen,
sondern in authentischer Form bewahren. Erst in der Folgezeit richtet
sich die Religionskritik immer stärker gegen die Kirche und die überlieferte
christliche Lehre und setzt an deren Stelle die
„Vernunftreligion“. Aber auch da bleibt die Kritik nicht stehen:
im 18. Jahrhundert radikalisiert sich die Kritik so, dass Religion
selbst zur Zielscheibe wird und der Atheismus und Materialismus an Überzeugungskraft
gewinnt und bis ins 20. Jahrhundert weiter eine bestimmende Kraft
bleibt. Diese radikale Religionskritik wird auch von vielen Theologen
aufgenommen und führt zu unterschiedlichen Versuchen, Religion und
radikale Kritik an ihr miteinander zu verbinden, bis hin zu absurden
Formulierungen wie einer „Gott-ist-tot-Theologie“. – Für die
Teilnahme ist es nicht erforderlich, das Proseminar
„Religionskritik – Teil I“ besucht zu haben.
Grundlegende Literatur:
die Artikel ‚Religionskritik’ und ‚Religionstypen’
in: Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe (HrwG) Bd.IV.
Minois, Georges: Geschichte des Atheismus: von ihren Anfängen
bis zur Gegenwart. Weimar 2000;
Oelmüller, Willi: Diskurs: Religion. München 2. Aufl. 1982;
Weger, Karl-Heinz (Hg.): Religionskritik. Von der Aufklärung bis
zur Gegenwart. Freiburg/Br. 1979;
Weitere Literatur
Zirker, Hans: Religionskritik. Düsseldorf 1982;
Heinrich, Elisabeth: Religionskritik in der Neuzeit. München
2001;
Klinkhammer,G.M./Rink,S./Frick,T.: Kritik an Religionen. Marburg
1997.
21.10. 2003 - Semester-Planung
28.10. 2003 - Einführung:
Religionskritik in der Neuzeit
04.11. 2003 - Luther -
Reformation als Religionskritik
11.11. 2003
- Descartes
18.11. 2003
- Hobbes
25.11. 2003
- Pascal
02.12. 2003
- d’Holbach und Feuerbach
09.12. 2003 - Sigmund
Freud
16.12. 2004 - Kulturprotestantismus
06.01. 2004 - Karl
Barth und Rudolf Bultmann
13.01. 2004
- Jean-Paul Sartre
20.01. 2004
- Albert Camus
27.01.2004 - Niklas
Luhmann
03.02. 2004 - Abschlusssitzung
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PD Dr. Dr. Ina Wunn
Einführung in die Religionswissenschaft: Islam,
Hinduismus, Buddhismus
SE 2, Do 14-16 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn:
23.10.2003
Islam, Hinduismus und Buddhismus sind neben dem Judentum und
Christentum die wichtigsten Weltreligionen. Ziel des Seminars ist es,
Entstehung und Lehren dieser nichtchristlichen Religionen
kennenzulernen und einen Überblick über ihre Ausbreitung sowie
heutige Verbreitung zu gewinnen.
Zu den Lernzielen gehört auch das Verfassen schriftlicher
Arbeiten (Seminararbeiten, Hausarbeiten einschließlich der
notwendigen Literaturrecherche) sowie das Halten von Referaten
einschließlich der Nutzung verschiedener Medien.
Einführende Literatur:
Antes, Peter (Hg.): Große Religionsstifter, München
1992.
Antes, Peter (Hg.): Die Religionen der Gegenwart: Geschichte und
Glauben, München 1996.
Flood, Gavin: An
introduction to Hinduism, Cambridge 1996.
Glasenapp, Helmuth von: Brahma und Buddha. Die Religionen
Indiens in ihrer geschichtlichen Entwickelung, Berlin 1926.
Sharma, Arvind (Hg.): Innenansichten der großen Religionen:
Buddhismus, Christentum, Daoismus, Hinduismus, Islam, Judentum,
Konfuzianismus, Frankfurt/M. 1997.
Matthews, Warren: World
Religions, Belmont CA. u. a. 1999.
Renard, John: Seven Doors to Islam. Sprituality and the Religious
Life of Muslims, Berkeley u. a. 1996.
Zur allgemeinen Einführung wird empfohlen:
Hasenfratz, Hans-Peter: Religion - was ist das?
Freiburg/Basel/Wien 2002.
23.10.2003 - Allgemeine
Einführung, Verteilung der Referate, Arbeitsmethoden
30.10.2003 - Islam I:
Mohammed und der Koran
06.11.2003 - Islam II:
Die ersten Schismen: Sunniten und Schiiten
13.11.2003 - Islam III:
Die Ausbreitung des Islams
20.11.2003 - Islam IV:
Mystik und Volksfrömmigkeit
27.11.2003 - Hinduismus
I: Zentrale Glaubensaussagen und wichtigste Glaubensrichtungen
04.12.2003 - Hinduismus
II: Die Religion des Veda
11.12.2003 - Hinduismus
III: Die Religion der Klassischen Zeit
18.12.2003 - Hinduismus
IV: Der Hinduismus in neuerer Zeit
08.01.2004 - Buddhismus
I: Der historische Buddha und seine Lehre
15.01.2004 - Buddhismus
II: Wiedergeburt und Erlösung im Theravada-Buddhismus
22.01.2004 - Buddhismus
III: Hauptlehren des Mahayana-Buddhismus
29.01.2004 - Buddhismus
IV: Weitere Differenzierung und Ausbreitung
05.02.2004 - Abschlusssitzung
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Fachdidaktik
Dr. Dr. Bertram Schmitz
Rites de Passages – Lebensphasen und ihre religiös
rituelle Begleitung und Gestaltung
SE 2, Mo 16-18, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn
20.10.2003 (auch für den Magisterstudiengang geeignet)
In fast allen Religionen werden die entscheidenden Übergangsphasen
des Lebens rituell begleitet oder im eigentlichen Sinn überhaupt erst
hervorgebracht: Der Eintritt in diese Welt und der Eintritt in die
religiöse Gemeinschaft, oftmals beide als „Geburt“ gefeiert
werden; die Phase der gesellschaftlichen und religiösen Mündigkeit
(einschließlich der „Definition“ des Geschlechts); des
Zusammenlebens als Paar und schließlich der Komplex von Alter,
Sterben und Tod, sowie der Frage nach dem, was nach dem Tod mit dem
Menschen bzw. seiner Seele geschieht. Auch wenn in einem gegenwärtigen
Weltverständnis eher die biologischen und psychologischen Aspekte
dieser Lebensübergänge an Bedeutung gewinnen, so erhalten sie doch
innerhalb der Religionsgeschichte ihren eigentlichen Sinn durch die
sie begleitenden Rituale. Welcher Art dieser Rituale sind, wie sie
vollzogen werden und welches religiöse Verständnis ihnen zugrunde
liegt, wird in diesem Seminar und fachdidaktischen Gesichtspunkten am
Beispiel von Judentum, Christentum und Hinduismus dargelegt.
Zu den jeweiligen Terminen sollen sowohl der rituelle
Ablauf, als auch die grundsätzliche Bedeutung dieses Rituals
im Kontext der jeweiligen Religion dargelegt werden.
Literaturempfehlung:
DeVries, Simon Ph.: Jüdische Riten und Symbole,
Wiesbaden 1981;
Magonet, Jonathan (Hg.): Das jüdische Gebetbuch, I, Gütersloh
1997;
Mehlitz, Walter: Der jüdische Ritus in Brautstand und Ehe,
Frankfurt etc. 1992;
Rynz – Rekowski, Georg von: Die Festtage des Lebens, Berlin
1991;
Agende – Für evangelisch – lutherische Kirchen und
Gemeinden,
Bd. III; Taufe, Trauung, Konfirmation, Bestattung; Hannover 1988ff;
Die Feier der Taufe / Trauung / Kommunion / Bestattung,
Freiburg etc. o. J. Cicek, Julius Yeshu (Hg.): Das Sakrament – Der Heiligen
Taufe / Der Heiligen Eheschließung / Das Begräbnis der Toten, Nach
der Ordnung der Syrisch Orthodoxen Kirchen von Antiochien, Holland
1997;
Kretschmar, Georg: Die Geschichte des Taufgottesdienstes in der alten
Kirche. In: Leiturgia
V, 1 – 349, Kassel 1970;
Schmidt-Lauber, Hans-Christoph / Bieritz, Karl-Heinrich (Hg.): Handbuch
der Liturgik, Leipzig / Göttingen 1995;
Michaels, Axel: Der Hinduismus – Geschichte und Gegenwart, München
1998;
Pandey, Rajbali: Hindu
Samskaras, Socio – Religious Study of the Hindu Sacraments,
Delhi 1994.
20.10.2003
- Einführung: Das ritualisierte Leben – Festlegung des
Verlaufsplans
Judentum I – IV:
27.10.2003 - Die Geburt / Beschneidung / Mikwe
03.11.2003 - Bar Mizwa / Bat Mizwa
10.11.2003 - Hochzeit und Ehe
17.11.2003 - Die Totenrituale und Jenseitsvorstellung
Christentum I – IV
24.11.2003 - Die Geburt und die Taufe
01.12.2003 - Kommunion und Konfirmation
08.12.2003 - Trauung und Eheverständnis
15.12.2003 - Die Bestattung und das ewige Leben
Hinduismus I – IV
05.01.2004 - Die Rituale bis einschließlich der Geburt
12.01.2004 - Die Initiation / Upanayana
19.01.2004 - Die Eheschließung und die Theorie der
Lebenszeitalter
26.01.2004 - Tod, Jenseits, Wiedergeburt und Nirvana
02.02.2004 - Auswertungen
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Hauptseminare
Prof. Dr. Dr. Peter Antes
(auch für Transformation Studies)
Se 2, Do 9-11, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 23.10.2003
Mindestens 85 % aller Muslime leben weltweit außerhalb der
arabischen Welt. Ihre Vorstellungen vom Islam weichen in sprachlicher,
kultureller, politischer und religionspraktischer Hinsicht oft stark
vom Islam der arabischen Welt ab. Dennoch steht der arabische Islam
immer wieder als Bezugspunkt und Orientierungsmodell im Vordergrund
der meisten Darstellungen des Islam. Das Seminar will daher die
Vielfalt des Islam zum Thema machen und vor allem die verschiedenen
Formen des Islam in der nicht-arabischen Welt thematisieren.
Literaturempfehlung als
Erstorientierung:
Westerlund, David / Svanberg,
Ingvar (Hg.): Islam outside the Arab World, Surrey: Curzon
1999;
Elger, Ralf (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte, Alltag,
Kultur, München: Beck 2001 (Beck'sche Reihe; 1430)
23.10.2003 - Einführung und Festlegung
des endgültigen Verlaufsplanes
30.10.2003 - Türkei
06.11.2003 - Türkisch Zentralasien
13.11.2003 - Iran, Afghanistan,
Tadschikistan
20.11.2003 - Indischer Subkontinent
27.11.2003 - Südostasien
04.12.2003 - China
11.12.2003 - Amerika
18.12.2003 - Australien und Neuseeland
08.01.2004 - Europa
15.01.2004 - Westafrika
22.01.2004 - Ostafrika
29.01.2004 - Südliches Afrika
05.02.2004 - Fazit und Ausblick
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Prof.
Dr. Karl-Fritz Daiber
Religionssoziologische
Theoriebildung der Gegenwart: Thomas Luckmann
SE
2, Di 9-11, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 21.10.2003
Seit
den 1960er Jahren hat Thomas Luckmann in Religions- und
Wissenssoziologie wichtige theoretische Akzente gesetzt. Die
funktionale Erfassung von Religion führte bei ihm zunächst zur
Abgrenzung von der Kirchensoziologie, ja zur Problematisierung von
Religionssoziologie überhaupt. In den Arbeiten seit den 1980er Jahren
kommt es zu einer neuen Hinwendung zur Religionssoziologie, nicht
zuletzt in der Gestalt von Impulsen zur Erforschung „unsichtbarer
Religion“ in modernen Gesellschaften.
Literatur
zur Einführung:
Thomas
Luckmann: Die unsichtbare Religion, Frankfurt am Main seit
1991.
21.10.2003
- Einführung und Absprachen
28.10.2003D
- Die kirchensoziologischen Anfänge
04.11.2003
- Abkehr von der Kirchensoziologie: Das Problem der Religion in der
modernen Gesellschaft
11.11.2003
- Fortsetzung
18.11.2003
- Philosophische Grundlage: Thomas Luckmann und Alfred Schütz
25.11.2003
- Fortsetzung
02.12.2003
- Zusammenarbeit mit Peter Berger: Die Wissenssoziologie
09.12.2003
- Fortsetzung
16.12.2003
- Zur theoretischen Differenz zwischen Berger und Luckmann
06.01.2004
- Rückwendung zur Religionssoziologie:
Die anthropologischen Bedingungen von Religion
13.01.2004
- Fortsetzung
20.01.2004
- Empirische Erforschung der „unsichtbaren Religion“
27.01.2004
- Fortsetzung
03.02.2004
- Das funktionale Religionsverständnis: Erkenntnisgewinn und Kritik
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Dr. Edith Franke
Neue Ansätze zu Selbstverständnis und Aufgaben der
Religionswissenschaft
SE 2 RelSys, Fr. 11-13 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum,
Beginn: 24.10.2003
In diesem Seminar soll anhand von neuen Texten ein Einblick
in die aktuelle Diskussion um das Selbstverständnis und die
Positionierung der Religionswissenschaft sowohl innerhalb der
Wissenschaft als auch in der Gesellschaft gewonnen werden.
Dazu werden im Seminar Texte von Autoren unterschiedlicher
Ausrichtungen als gemeinsame Lektüre und in Referaten bearbeitet. In
der Diskussion steht die Frage im Vordergrund, welcher
Religionsbegriff zugrunde liegt und was jeweils als zentrale Aufgabe
der Religionswissenschaft angesehen wird. Darüber hinaus soll auch
die Suche nach einer eigenen Standortbestimmung in der
religionswissenschaftlichen Arbeit angeregt werden.
Intensive eigenständige Lektüre während des Semesters wird
erwartet.
Literatur zum Thema:
Antes, Peter: "Systematische Religionswissenschaft –
eine Neuorientierung". In: Zeitschrift für Missions- und
Religionswissenschaft (ZMR), 70, 1986, 214-221;
Berner, Ulrich: Gegenstand und Aufgabe der Religionswissenschaft. In: Zeitschrift
für Religions- und Geistesgeschichte, Jg. 35, 1983, 97-116;
Braun, Willi / McCutcheon,
Russel T.: Guide to the Study of Religion. London, New York
2000;
Franke, Edith: "Feministische Kritik an
Wissenschaft und Religion." In: Gritt Maria Klinkhammer / Steffen
Rink / Tobias Frick (Hg.): Kritik an Religionen.
Religionswissenschaft und der kritische Umgang mit Religionen. Marburg 1997, 107-119.
Franke, Edith: Feminist
Orientation as an Integral Part of Religious Studies. http://www.pucsp.br/rever,
No.2.2001;
Franke, Edith: Religiöse Wandlungs- und Erneuerungsprozesse
als Gegenstand empirischer Forschung in der Religionswissenschaft. In:
Kristian Fechtner / Michael Haspel (Hg.): Religion in der
Lebenswelt der Moderne. Stuttgart, Berlin, Köln 1998, S.88-101;
Gladigow, Burkhard: Gegenstände und wissenschaftlicher Kontext von
Religionswissenschaft. In: HrwG, Bd.I, Stuttgart, Berlin, Köln
1988, 26-40.
Greschat, Hans-Jürgen: Was ist Religionswissenschaft?
Stuttgart u.a. 1988;
Hock, Klaus: Einführung in die Religionswissenschaft.
Darmstadt 2002;
Jensen, Tim / Rothstein, Mikael (Hg.) Secular Theories on Religion. Current Perspectives. Copenhagen 2000;
King, Ursula: Female Identity
and the History of Religions. In: Victor Hayes (Hg.): Identity
Issues and World Religions. Selected Proceedings of the 15th
Congress of the IAHR in Sidney, August 1985. Bedford Park 1986,
83-92;
King, Ursula: Introduction:
Gender and the Study of Religion. In: Ursula King (Hg.): Religion
and Gender. Oxford 1995, 1-38;
King, Ursula: Religion and Gender. In: Ursula King (Hg.): Turning
Points in Religious Studies. Essays in Honour of Geoffrey Parrinder.
Edinburgh 1990, 275-286;
Kippenberg, Hans G. / Stuckrad, Kocku von: Einführung in
die Religionswissenschaft. Gegenstände und Begriffe. München
2003;
Kippenberg, Hans G.: Diskursive Religionswissenschaft. In: Burkhard
Gladigow / Hans G. Kippenberg (Hg.): Neue Ansätze in der
Religionswissenschaft. München 1983, 9-28;
Löhr, Gebhardt (Hg.): Die Identität der Religionswissenschaft.
Beiträge zum Verständnis einer unbekannten Disziplin. (Greifswälder
theologische Forschungen Bd. 2. ) Berlin/Frankfurt a.M. 2000;
McCutcheon, Russel T. (Hg.): The
Insider / Outsider Problem in the Study of Religion. A Reader.
London, New York 1999;
Pollack, Detlef: Was ist Religion? Probleme der Definition.
In: Zeitschrift für Religionswissenschaft (ZfR), 2/1995,
163-190;
Pye, Michael: Syncretism
versus Synthesis. In: Method and Theory in the Study of Religion, 6-3,
1994, 217-229;
Pye, Michael: Patterns in Comparative Religion. http.//philtar.ucsm.ac.uk/encylopedia/introd.html
Rudolph, Kurt: Basic Positions of Religionswissenschaft. In: Religion, 11, 1091,
97-107;
Rudolph, Kurt: Die Religionswissenschaft zwischen Ideologie-
und Religionskritik. In: Klinkhammer, Gritt / Frich, Tobias / Rink,
Steffen: Kritik an Religionen. Religionswissenschaft und der
kritische Umgang mit Religionen. Marburg 1997, 67-76;
Seiwert, Hubert: Religion in der Geschichte der Moderne. In: ZfR, 3.
Jg. 1995, 1, 91-101;
Seiwert, Hubert: What
Constitutes the Identity of a Religion? In: Victor Hayes (Hg.): Identity
Issues and World Religions. Selected Proceedings of the 15th
Congress of the IAHR in Sidney, August 1985. Bedford Park 1986,
1-7;
Taylor, Mark C. (ed.): Critical Terms for Religious Studies. Chicago, London 1998;
24.10.2003 - Einführung ins Thema und Planung des Semesters
31.10.2003 - Was ist Religionswissenschaft?
gemeinsame Textlektüre:
Rudolph, Kurt: Basic Positions of Religionswissenschaft. In:
Religion, 11, 1091, 97-107
07.11.2003 - Religionswissenschaft in Abgrenzung von der
Theologie
gemeinsame Textlektüre:
Berner, Ulrich: Gegenstand und Aufgabe der Religionswissenschaft.
In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, Jg. 35, 1983,
97-116;
Gladigow, Burkhard: Gegenstände und wissenschaftlicher Kontext von
Religionswissenschaft. In: HrwG, Bd.I, Stuttgart, Berlin, Köln
1988, 26-40.
14.11.2003 - Religionswissenschaft in der Theologie?
gemeinsame Textlektüre:
Hock, Klaus: Religionswissenschaft für Theologen? Oder: Was Theologen
schon immer über Religion(en) wissen wollten (aber sich nie zu fragen
trauten). In: Löhr 2000, 35-56;
Freiberger, Oliver: Ist Wertung Theologie? Beobachtungen
zur Unterscheidung von Religionswissenschaft und Theologie. In: Löhr
2000, 97-122.
21.11.2003 - Von der Schwierigkeit, Religion zu definieren
– der Ansatz von Hans-G. Kippenberg
gemeinsame Textlektüre:
Kippenberg, Hans G.: Diskursive Religionswissenschaft. In: Gladigow,
Burkhard / Kippenberg, Hans G. (Hg.): Neue Ansätze in der
Religionswissenschaft. München 1983, 9-28.
28.11.2003 - Probleme der Religionsdefinition – Die
religionssoziologische Position von Detlef Pollack
gemeinsame Textlektüre:
Pollack, Detlef: Was ist Religion? Probleme der Definition. In:
Zeitschrift für Religionswissenschaft (ZfR), 2/1995, 163-190.
05.12.2003
Religionswissenschaft als systematische, empirisch fundierte
Wissenschaft – der Ansatz von Hubert Seiwert
gemeinsame Textlektüre:
Seiwert, Hubert: What Constitutes the Identity of a Religion? In: Hayes, Victor (Hg.): Identity Issues and World
Religions. Selected Proceedings of the 15th Congress of the
IAHR in Sidney, August 1985. Bedford Park 1986, 1-7;
Seiwert, Hubert: Religion in der Geschichte der Moderne.
In: ZfR, 3. Jg. 1995, 1, 91-101
12.12.2003 - Ursula Kings Feministische Kritik an der
Religionswissenschaft
gemeinsame Textlektüre:
King, Ursula: Female Identity
and the History of Religions. In: Hayes, Victor (Hg.): Identity
Issues and World Religions. Selected Proceedings of the 15th
Congress of the IAHR in Sidney, August 1985. Bedford Park 1986, 83-92.
19.12.2003 - Aufgaben und Grenzen einer feministisch
orientierten Religionswissenschaft
gemeinsame Textlektüre:
Franke, Edith: Feminist Orientation as an Integral Part of
Religious Studies. http://www.pucsp.br/rever,
No.2.2002
09.01.2004
Konzeptualisierung vergleichender Religionsforschung
gemeinsame Textlektüre:
Pye, Michael: Patterns in Comparative Religion. http.//philtar.ucsm.ac.uk/encylopedia/introd.html
16.01.2004 - Religionswissenschaft und Kritik
gemeinsame Textlektüre:
McCutcheon, Russel T.: Cirtics not Caretakers. The Scolar of
Religion as Public Intellectual. In: Jensen, Tim / Rothstein, Mikael
(Hg.) Secular Theories on Religion. Current Perspectives. Copenhagen 2000, 167-181;
Rudolph, Kurt: Die Religionswissenschaft zwischen Ideologie-
und Religionskritik. In: Klinkhammer, Gritt / Frich, Tobias / Rink,
Steffen: Kritik an Religionen. Religionswissenschaft und der
kritische Umgang mit Religionen. Marburg 1997, 67-76.
23.01.2004 - Zur Positionierung der Religionswissenschaft als
akademischer Disziplin
gemeinsame Textlektüre:
Wiebe, Donald: "Why the Academic Study of Religion?" Motive and Method in the Study of Religion. In: Jensen / Rothstein 2000, 261-279.
30.01.2004 - Diskussion zu Aufgaben und Ziele gegenwärtiger
Religionswissenschaft
gemeinsame Textlektüre:
Pye, Michael / Franke, Edith: The study of
religions and its contribution to problem-solving in a plural world.
Theses April 2003.
06.02.2004 - Abschlussdiskussion
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Religionen vor Ort als Gegenstand religionswissenschaftlicher
Forschung – Vorbereitung und Durchführung einer Tagung
Ziel dieses Seminars ist es, vor dem Hintergrund der
erarbeiteten Forschungsprojekte zum Thema „Religionen vor Ort“,
eine Tagung an der Universität Hannover vorzubereiten und durchzuführen.
Die Teilnahme ist nur möglich, wenn auch das vorangegangenen
Seminar im SS 2003 besucht wurde.
Beginn der Lehrveranstaltung ist Fr., 24.10.2003, 9-11
Uhr.
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Dr. Celalettin Kartal
Islam und Menschenrechte - Vergleich des Konzepts von Koran
und Scharia mit dem Katalog der UN-Menschenrechtskonventionen II
SE 2, RelSys, Do 18.30-20.00, Raum: Im Moore 21, Seminarraum,
Beginn: 06.12.2003
Der Islam weist eine andere menschenrechtliche Konzeption
auf, als der Katalog der UN-Menschenrechtskonventionen vorsieht. Die
Details dieser Konzeption und ihre Kompatibilität mit dem westlichen
Konzept der Menschenrechte sollen in diesem Seminar behandelt und
vertieft werden. Es sollen vor allem Unterschiede und Gemeinsamkeiten
zwischen beiden Konzepten vergleichend aufgezeigt und kritisch
reflektiert werden. Zu diesem Zweck werden wir – soweit nicht
bereits im SS 2003 erörtert – anhand ausgewählter Aspekte des
Konzepts von Koran und Scharia wie z.B. die Stellung der Heiden im
„Gebiet des Islam“, die Stellung der Frau im Alltag in den
islamischen Staaten, die Religions- und Meinungsfreiheit in Theorie
und Praxis in den islamischen Staaten, die Vor- und Nachteile des
islamischen Rechts mit dem westlichen „Menschenrechtskatalog“ die
Konturen beider Konzeptionen verdeutlichen. Notwendigerweise wird
dabei die sachlich gebotene Auseinandersetzung mit Dogmen, Ideologien
und Verblendungen die Essenz dieser interdisziplinären Veranstaltung
ausmachen.
Einstiegsliteratur:
Khoury, Adel Theodoer / Hagemann, Ludwig / Heine, Peter:
Islam-Lexikon – Geschichte, Ideen, Gestalten (Bd. I-III), Freiburg;
Basel; Wien 1999;
Little, David / Kelsay, John / Sachedina, Abdoulaziz A.: Human Rights
and the Conflict of cultures: Western and Islamic Perspectives on
Religious Liberty, South Carolina 1988;
Mayer, Ann Elizabeth: Islam and Human Rights – Tradition and
Politics, London 1991;
Petersohn, Alexandra: Islamisches Menschenrechtsverständnis
unter Berücksichtigung der Vorbehalte muslimischer Staaten zu den
UN-Menschenrechtsverträgen, Bonn 1999.
Weitere geeignete Literaturhinweise und ein detaillierter
Seminarplan dazu werden in der ersten Sitzung am 06.11.2003 verteilt.
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Prof. Dr. Heinrich Schäfer
Kollektive religiöse Identität (am Beispiel der
Pfingstbewegung).
SE 2, Mo 9.15 – 12.45, 14-tägig (Bitte Aushang im Seminar
beachten, da die Veranstaltungszeit bei Drucklegung nicht definitiv
vorlag), Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 27.10.2003
“Identität” ist in verschiedensten Zusammenhängen der
sozial- und religionswissenschaftlichen Forschung in den letzten
Jahren zu einem wichtigen Thema geworden. Multikulturelle
Gesellschaft, das Individuum in der ‘zweiten Moderne’ (Beck,
Giddens), neue religiöse Bewegungen im Bereich des New Age,
ethnisch-religiös legitimierte Identitätspolitik in verschiedenen
Teilen der Welt, kulturelle Globalisierung etc. bilden die Zusammenhänge,
in denen die Identitätsfrage diskutiert wird.
Das Seminar konzentriert sich auf das Problem der Konstitution und
Modellierung kollektiver Identität. Diese Frage wird empirisch,
methodologisch und theoretisch angegangen, und zwar am Beispiel der
Pfingstbewegung. Letztere wird zu Beginn der Veranstaltung kurz für
sich thematisiert. Im Mittelpunkt des Interesses steht allerdings das
sozialwissenschaftliche Theorieproblem ‘kollektive Identität’.
Religiöse Bewegungen werden als soziale Bewegungen behandelt, die
entsprechend zu gesellschaftlichen Lagen und den Habitus bestimmter
Akteure mobilisiert werden. Untersucht wird, was innerhalb dieser
Mobilisierungsprozesse im Einzelnen geschieht. Wie lassen sich die
objektiven gesellschaftlichen Bedingungen von Mobilisierung
darstellen? Wie kann man sich die Konstruktion und Aushandlung von
Identitäten seitens der Akteure vorstellen? Und schließlich auch:
Welche spezifische Rolle kann Religion in kollektiven Identitäten
von religiösen Bewegungen spielen?
Grundlage des Seminars sind Forschungen des Dozenten zu eben diesem
Thema, ausgehend von der Habitustheorie Pierre Bourdieus.
Dementsprechend dienen Texte des Dozenten auch als Grundlage einiger
Seminarsitzungen. Diese Texte werden im Laufe des Seminars an die
Teilnehmer ausgeteilt. Alle weitere Literatur wird im Folgenden
angegeben.
Gelegentlich werden alternative Lektürestoffe genannt. Außerdem gebe
ich viel ergänzende Literatur an. Beides verfolgt die Absicht, eine möglichst
breite Diskussion im Seminar zu erzeugen und freie Weiterarbeit zu ermöglichen.
Sollte jedoch die Ansicht geäußert werden, dass zu viel Lektüre zur
Vorbereitung der Sitzungen vorausgesetzt wird, werden wir das Problem
in der ersten Sitzung verhandeln.
Als vorbereitende Lektüre zur Identitätsfrage – zum
“Einlesen”, nicht obligatorisch – empfehle ich (in Kurztiteln,
vgl. Literaturverzeichnis):
Assmann/Friese (Hg.): Identität;
Barkhaus u.a. (Hg.): Identität;
Gephard/Waldenfels (Hg.): Religion;
Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen.
Heft 1, 1995 “Soziale Bewegungen und kollektive Identität”;
Bourdieu: Heilsgeschehen.
Das Seminar findet im Zwei-Wochen Rhythmus statt, je Termin
9:15 bis 10:45 und 11:15 bis 12:45. Nach Anzahl und Interesse der
Teilnehmer sowie Möglichkeiten des religionswissenschaftlichen
Seminars kann auch eine Verteilung auf größere Blöcke (z.B.
Wochenenden) vorgenommen werden.
27.10.2003 - Standortbestimmung und Einführung in die
Thematik
Zur Vorbereitung: Keine Lektüre. Es wird lediglich gebeten,
sich an Hand der o.g. Literatur ein wenig in das Thema generell
einzulesen.
10.11.2003 - Religiöse Bewegungen als soziale Bewegungen:
Obligatorisch für alle ist Diani und einer der
anderen Texte “zur Vorbereitung”.
Religiöse Protestbewegungen
Zur Vorbereitung: Wilson: Sekten 7-48 (Klassiker).
Ergänzend: Wallace: Revitalisationsbewegungen (Klassiker);
LaBarre: Crisis (Klassiker); Worsley: Posaune
(Klassiker); Krech: Religionssoziologie 49-60.
Kirche-Sekte-Typologie
Zur Vorbereitung: Schäfer: Protestantismus 90-110.
Ergänzend: Knoblauch: Religionssoziologie 145-149,
Yinger: Religion (Kap. über Typologie).
Grundlinien der Pfingstbewegung
Zur Vorbereitung: Hollenweger: Enthusiastisches
Christentum 3-27 (Klassiker).
Ergänzend: Schäfer: Protestantismus 58-90; Schäfer: Herr.
Was ist eine soziale Bewegung?
Zur Vorbereitung: Diani: Movement
24.11.2003 - Die Identitätsproblematik in der Forschung
Generelle Fragestellungen
Zur Vorbereitung: Wagner: Fest-Stellungen oder Reckwitz: Identitätsdiskurs.
Ergänzend: Alle zur Vorbereitung empfohlene Lektüre; zum Überblick
in philosophischer Hinsicht besonders Barkhaus: Identität
11-25; sozialwissenschaftlich, Rammert: Identitäten.
Identität in sozialen Bewegungen
Zur Vorbereitung: Hellmann/Klein/Rhode: Editorial;
Bader: Identität oder Rucht: Identität; Simon: Selbst.
Ergänzend: Eder: Identität, Bader: Handeln,
Melucci: Nomads.
08.12.2003 - Logik der Praxis: die gesellschaftlichen
Bedingungen von Identitätskonstruktion.
Zur Vorbereitung: Text vom Dozenten; Bourdieu/Wacquant: Anthropologie
124 ff. (Felder).
Ergänzend: Melucci: Involved; Bourdieu: Macht; Bourdieu:
Unterschiede (Zweiter Teil).
05.01.2004 - Praktische Logik: die handelnde Deutung der
Lebensbedingungen
Zur Vorbereitung: Text vom Dozenten; Kreissl/Sack: Framing.
Ergänzend: Bourdieu: Sinn 147 ff., 352 ff.; Snow/Benford: Ideology;
Willems: Rahmen (vor allem 4.1 und 4.3); Klandermans: Construction.
19.01.2004 - Ausformung kollektiver Identität: Dispositionen
des Habitus
Zur Vorbereitung: Text vom Dozenten; Bourdieu/Wacquant: Anthropologie
147 ff. (Habitus), oder Barth: Issues, oder McGuire: Body,
oder Straub: Identität, oder Roth: Verstand.
Ergänzend: Bourdieu: Sinn 97 ff., 122.
02.02.2004 - Religion als praktische Logik: zur religiösen
Identität
Zur Vorbereitung: Text vom Dozenten; Bourdieu: Genese.
Ergänzend: Wiederaufnahme der Lektüre über die Pfingstbewegung und
religiösen Bewegungen generell unter der theoretischen Perspektive
dieser Arbeitseinheit.
Literatur (Obligatorisch und ergänzend):
Assmann, Aleida/Heidrun Friese (Hg.): Identitäten.
Frankfurt 1998;
Bader, Veit Michael: Ethnische Identität und ethnische Kultur.
Grenzen des Konstruktivismus und der Manipulation. In:
Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen.
Jg. 8, 1995. H. 1, S. 32-45:
Bader, Veit Michael: Kollektives Handeln. Protheorie sozialer
Ungleichheit und kollektiven Handelns 2. Opladen 1991;
Barkhaus, Annette u.a. (Hg.): Identität, Leiblichkeit,
Normativität. Frankfurt
1996;
Barth, Frederik: Enduring and
emerging issues in the analysis of ethnicity. In: Hans
Vermeulen/Cora Govers (Hg.): The anthropology of ethnicity. Beyond 'Ethnic
groups and boundaries'. Amsterdam 1996. S.
11-32;
Bourdieu, Pierre: Das religiöse Feld. Texte zur Ökonomie des Heilsgeschehens.
Konstanz 2000;
Bourdieu, Pierre: Die feinen Unterschiede. Kritik der
gesellschaftlichen Urteilkraft. Frankfurt 1987;
Bourdieu, Pierre: Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen
Vernunft. Frankfurt 1987;
Bourdieu, Pierre: Genese und Struktur des religiösen Feldes.
In: Pierre Bourdieu: Das religiöse Feld. Texte zur Ökonomie des
Heilsgeschehens. Konstanz 2000. S.
39-110;
Bourdieu, Pierre: Sozialer Raum und symbolische Macht. In:
Pierre Bourdieu: Rede und Antwort. Frankfurt
1992. S. 135-154;
Bourdieu, Pierre/Loic Wacquant:
Reflexive Anthropologie. Frankfurt
1996;
Diani, Mario: The concept
of social movement. In: The Sociological Review. Vol. 40, 1992. No. 1, S. 1-25;
Eder, Klaus: Kulturelle Identität zwischen Tradition
und Utopie. Soziale Bewegungen als Ort gesellschaftlicher
Lernprozesse. Frankfurt 2000;
Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen. Heft 1, 1995
“Soziale Bewegungen und kollektive Identität”;
Gepart, Werner/Hans Waldenfels (Hg.): Religion und Identität.
Frankfurt 1999;
Hellmann, Kai-Uwe/Ludger Klein/Markus Rohde: Editorial. In:
Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen.
Jg. 8, 1995. H. 1, S. 2-7;
Hollenweger, Walter J.: Enthusiastisches Christentum.
Die Pfingstbewegung in Geschichte und Gegenwart. Wuppertal/Zürich 1969;
Klandermans, Bert: The Social Construction
of Protest and Mutiorganizational Fields. In: Aldon Morris/Carol
McClurg Mueller (Hg.): Frontiers in Social Movement Theory. Yale
1992. S. 77-103;
Knoblauch, Hubert: Religionssoziologie. Berlin/New York, 1999;
Krech, Volkhard: Religionssoziologie. Bielefeld 1999;
Kreissl, Reinhard/Fritz Sack: Framing. Die kognitiv-soziale
Dimension von sozialem Protest. In: Forschungsjournal Neue Soziale
Bewegungen. Jg. 11, 1998. Nr. 4, S. 41-54;
LaBarre, Weston: Materials for
a History of Study of Crisis Cults. A Bibliographical Essay.
In: Current Anthropology. Vol.12, 1971.
S.3 ff;
McGuire, Meredith: Religion
and the Body: Rematerializing the Human Body in the Social
Sciences of Religion. In: Journal for the Scientific Study of
Religion. Bd. 29, 1900.
Nr. 3, S. 283-297;
Melucci, Alberto: Getting involved: identity and mobilization
in social movements. In: International Social Movement Research.
Vol. 1, 1988. S.
329-348;
Melucci, Alberto: Nomads of the present. Social movements and
individual needs in contemporary society. Philadelphia
1989;
Reckwitz, Andreas: Der Identitäsdiskurs. Zum
Bedeutungswandel einer sozialwissenschaftlichen Semantik. In: Werner
Rammert/Gunther Knauthe/Klaus Buchenau/Florian Altenhöner (Hg.):
Kollektive Identitäten und kulturelle Innovationen. Ethnologische,
soziologische und historische Studien. Leipzig 2001.
S. 21-38;
Roth, Gerhard: Das Verhältnis von Verstand und Gefühlen aus
der Sicht der Hirnforschung. In: Kruse, G./S. Gunkel (Hg.): Sprache
und Handeln - Was bewirkt die Wirklichkeit? Hannover 2002.
S. 81-102;
Rucht, Dieter: Kollektive Identität. Konzeptionelle Überlegungen
zu einem Desiderat der Bewegungsforschung. In: Forschungsjournal Neue
Soziale Bewegungen. Jg.
8, 1995. H. 1, S. 9-23;
Schäfer, Heinrich: 'Herr des Himmels, gib uns Macht auf der
Erde!' Fundamentalismus und Charismen: Rückeroberung von Lebenswelt
in Lateinamerika. In: Materialdienst des Konfessionskundlichen
Instituts des Evangelischen Bundes. 1992. 3, S. 43-48;
Schäfer, Heinrich: Protestantismus in Zentralamerika.
Christliches Zeugnis im Spannungsfeld von US-amerikanischem
Fundamentalismus, Unterdrückung und Wiederbelebung indianischer
Kultur. Frankfurt 1992;
Simon, Bernd: Individuelles und kollektives Selbst. In:
Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen.
Jg. 8, 1995. H. 1, S. 46-55;
Snow, David/Robert Benford: Ideology,
Frame Resonance, and Participant Mobilization. In: International
Social Movement Research. Vol.
1, 1988. S. 197-217;
Straub, Jürgen: Personale und kollektive Identität.
Zur Analyse eines theoretischen Begriffs. In: Assmann, Aleida/Heidrun
Friese (Hg.): Identitäten. Frankfurt 1998, S. 73-104;
Wagner, Peter: Fest-Stellungen. Beobachtungen zur
sozialwissenschaftlichen Diskussion über Identität. In: Assmann,
Aleida/Heidrun Friese (Hg.): Identitäten. Frankfurt 1998, S. 44-72;
Wallace, Anthony F.C.: Revitalisationsbewegungen. In: C.A.
Schmitz (Hg.): Religionsethnologie. Frankfurt 1964.
S.404_448;
Willems, Herbert: Rahmen und Habitus. Frankfurt 1997;
Wilson, Bryan: Religiöse Sekten. München 1970;
Worsley, Peter: Die Posaune wird erschallen. "Cargo"_Culte in Melanesien. Frankfurt 1973;
Yinger, J. Milton: The
Scientific Study of Religion. New York / London 1971.
Einige Seiten im Internet:
Religionswissenschaftlicher Medien_ und Informationsdienst e.
V.: http://www.remid.de/remid_info_serie.htm
Religious movements
homepage.University of Virginia: http://religiousmovements.lib.virginia.edu/
American Academy of Religion,
New Religious Movements Group: http://www.clas.ufl.edu/users/gthursby/aar_nrm/
Hartford Institute for
Religion Research: http://hirr.hartsem.edu/org/faith_new_religious_movements.html
Sektion Religionssoziologie der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie: http://www.uni_leipzig.de/~relsoz/
Linksammlung zum Thema Religion (mit Selbstdarstellungen
religiöser Bewegungen) an der Uni Köln: http://www.uni_koeln.de/religion/
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Dr. Dr. Bertram Schmitz
Raum und Zeit im Hinduismus
SE 2, Mo 14-16, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn
20.10.2003
Raum und Zeit sind in Hinduismus Dimensionen, denen eine
entscheidende, spezifische Qualität zukommt: Nicht nur haben die
einzelnen Plätze und Seiten innerhalb des Tempels ihre Bedeutung,
sondern auch bestimmte Orte haben ihre mythologische Geschichte, sogar
der Subkontinent selbst besitzt eine besondere Stellung innerhalb des
Kosmos; dieser unterliegt in seinem Entstehen und Vergehen einem
zeitlichen Zyklus, der in seinem Weltzeitaltern bis hinab zu
entscheidenden Momenten, heiligen Tagen im Jahr seine feste Gestalt
hat; so findet sich in der hinduistischen Religion eine einzigartige
Ausgestaltung des Raum – Zeitkontinuums, die einer westlich –
modernen Vorstellung, die Raum und Zeit fast ausschließlich als
quantitative Dimensionen kennt, zunächst fremdartig erscheint. Dieses
Kontinuum von der kosmischen Weite bis zum heiligen Zeitpunkt im
Tempel und von diesem ausgehend in die ewige Größe der Zeit
darzulegen, ist Aufgabe dieses Seminars.
Themen mit einem ausgewählten Literaturvorschlag
20.10.2003 - Raum und Zeit als Themen der
Religionswissenschaft
27.10.2003 - Die hinduistische Welt- und Kosmosvorstellung
(Kirfel, Willibald: Die
Kosmographie der Inder – nach den Quellen dargestellt. Bonn /
Leipzig 1920)
03.11.2003 - Indien als heiliges Land und seine Mythologie
Kirfel, Willibald: Die Kosmographie der Inder – nach den
Quellen dargestellt. Bonn / Leipzig 1920)
10.11.2003 - Heilige Plätze und ihre Mythen I
(Glasenapp, Helmut von: Heilige Stätten Indiens, München
1928)
17.11.2003 - Heilige Plätze und ihre Mythen II (Benares)
(Gutschow, Niels / Michaels, Axel: Benares – Tempel und religiöses Leben in der heiligen
Stadt der Hindus. Köln 1993)
24.11.2003 - Ganges und Yamuna
(Stietencron, Heinrich von: Ganga und Yamuna – Zur symbolischen
Bedeutung der Flussgöttinnen an indischen Tempeln. Wiesbaden
1972)
01.12.2003 - Der Tempel – Geschichtliche Entwicklung
(Michell, George: Der Hindu – Tempel, Baukunst einer Weltreligion,
Köln 1991)
08.12.2003 - Der Tempel – Zentrierung des Tempels
(Volwahsen, Andreas / Stierlin, Henri: Indien: Bauten der Hindus,
Buddhisten und Jains. (Weltkulturen und Baukunst). München 1968)
15.12.2003 - Tempelfeste und Tempelrituale
(Tachikawa, Musashi u.a.: Puja
& Samskara. Delhi 2001)
05.01.2004 - Das heilige Jahr
(Michaels, Axel: Der
Hinduismus – Geschichte und Gegenwart. München 1998)
12.01.2004 - Vishnuitischen Weltzeitalter
(Zimmer, Heinrich: Maya – Der indischer Mythos. Zürich 1952;
Keilhauer, Anneliese u. Peter: Die Bildersprache des Hinduismus. Köln
1983, 74 – 106)
19.01.2004 - Die kosmische Zeit
(Zimmer, Heinrich: Indische Mythen und Symbole. München
1981 / 1991, 7 – 28)
26.01.2004 - Das Verhältnis von religiöser und historischer
Zeitordnung, von geographischer und religiöser Raumordnung in Indien
02.02.2004 - Auswertung
(Michaels, Axel: Der Hinduismus – Geschichte und Gegenwart, München
1998, 314 – 346)
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Dr. Gustav-Adolf Schoener
Mystik im Judentum
SE 2, Di 11-13 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn:
21.10.2003
Die Mystik ist im Zuge neuer religiöser Bewegungen oft als
Universalreligion verstanden worden, als ein individuelle göttliche
Erfahrung, die in allen Religionen steckt und die auch außerhalb
religiöser Gemeinschaften gemacht werden kann. Dabei wird häufig übersehen,
dass Mystiker und Mystikerinnen großen Wert darauf legen, in ihrer
religiösen Tradition zu bleiben. Sie formulieren ganz bewusst ihre
persönliche mystische Erfahrung in den Lehren und Symbolen der
eigenen Überlieferung. – Das gilt im besonderen Maße für die jüdische
Mystik: sie ist in allen ihren verschiedenen Formen streng an die
Tora, an die orthodoxe Lehre und an ein personales Verhältnis zu Gott
gebunden. David S. Ariel macht in der Religionsgeschichte des
Judentums eine bereits in der Tora angelegte immer größer werdende
Kluft zwischen Gott und Mensch aus. Der Kabbalist oder der Chassid
versucht sich über das Lesen der Tora, im Gebet, im Tanz und Gesang
so in Ekstase zu versetzen, dass er, indem seine Seele aus ihm
heraustritt, die Verbindung mit Gott herstellen kann.
Grundlegende Literatur:
Ariel, David S.: Die Mystik des Judentums: eine Einführung.
München 1993;
Scholem, Gershom: Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen.
Frankfurt/M.: 3.Aufl. 1988.
Weitere Literatur:
Buber, Martin: Die Erzählungen der Chassidim. Zürich
12. Aufl. 1996;
Grözinger, Karl Erich: Die Gegenwart des Sinai, Erzählungen und
kabbalistische Traktate zur Vergegenwärtigung des Sinai, in: Frankfurter
Judaistische Beiträge 16, Frankfurt/M. 1988, 143-183;
Grözinger, Karl Erich: Die Namen Gottes und der himmlischen Mächte
– ihre Funktion und Bedeutung in der Hekhalot-Literatur in: FJB
13, 1985, 23-41;
Grözinger, Karl Erich: Kafka und die Kabbala – Das Jüdische in
Werk und Denken von Franz Kafka. Frankfurt/M. 1992;
Matt, Daniel C.: Das Herz der Kabbala – Jüdische Mystik aus zwei
Jahrtausenden. München
1996;
Pfaffenholz, Alfred: Das Paradies ist Freitags im Badehaus,
Lesebuch zum Judentum. Düsseldorf 1995;
Scholem, Gershom: Alchemie und Kabbalah. Frankfurt/M. 1994;
Scholem, Gershom: Sabbatai Zwi: der mystische Messias.
Frankfurt/M. 1992.
21.10.2003 - Semester-Planung
28.10.2003 - Einführung in die Mystik
04.11.2003 - Grundformen jüdischer Mystik
11.11.2003 - Thronwagen-Mystik
18.11.2003 - Deutscher Chassidismus im Mittelalter
25.11.2003 - Abraham Abulafia
02.12.2003 - Die Kabbala und der Sohar: Teil I
09.12.2003 - Die Kabbala und der Sohar: Teil II
16.12.2003 - Jüdische Religionsphilosophie
06.01.2004 - Isaak Luria
13.01.2004 - Sabbatai Zwi und der Sabbatianismus
20.01.2004 - Osteuropäischer Chassidismus
27.01.2004 - Moderne jüdische Mystik
03.02.2004 - Abschlusssitzung
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