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Universität Hannover - Seminar für Religionswissenschaft

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Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2003

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Vorlesungen

Prof. Dr. Karl-Fritz Daiber

Die Entstehung der Religionssoziologie in Deutschland zwischen der Religionskritik der Aufklärung und der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 1910
TV 2, PHS / RelSys, Do 16-18 Uhr, Raum: Bismarckstr. 2/I 21, Beginn: 17.4.2003

Die Entstehungsgeschichte der Religionssoziologie ist zugleich die Geschichte ihrer Theoriebildung und die Geschichte der Entwicklung ihres Methodenrepertoires. Von daher ist sie innerhalb der Diskussion des Faches bis heute von weitreichender Bedeutung. Die Vorlesung führt vorrangig in den deutschen Strang der Entstehungsgeschichte ein, berücksichtigt allerdings die Anfänge in Frankreich und England.

Folgende Themen sind vorgesehen.

- Bibelkritik und Toleranzgedanke am Ende des 18. Jahrhunderts,
- Kants und Hegels Religionsphilosophien,
- Ludwig Feuerbach und Karl Marx,
- Religionssoziologische Anfänge in Frankreich und England,
- Max Weber als Religionssoziologe,
- Georg Simmel und Ernst Troeltsch.

Zur Einführung werden die Überblicksartikel in den einschlägigen Handbüchern bzw. Lexika empfohlen

 

Proseminare

Prof. Dr. Dr. Peter Antes 

Einführung ins Christentum

SE 2, RelGes / Christentum, Do 11-13, Raum: Welfengarten 1 A, Gebäude 1105, Herrmann-Windel-Hörsaal, Beginn: 17.04.2003 

Michael Pye schlägt vor, Religionen aus religionswissenschaftlicher Sicht anhand von vier Aspekten (Lehre, Verhalten, Sozialstruktur und subjektiver Erfahrung) zu behandeln (vgl. http://philtar.ucsm.ac.uk/encyclopedia/introd.html). Das Seminar greift diesen Vorschlag auf und versucht, ihn für die Einführung ins Christentum fruchtbar zu machen.

Literaturempfehlung:

Antes, Peter: Mach's wie Gott, werde Mensch. Das Christentum, Düsseldorf 1999;
Beinert, Wolfgang: Das Christentum. Atem der Freiheit, Freiburg-Basel-Wien, 2. Aufl. 2000;
Biser, Eugen: Die Entdeckung des Christentums. Der alte Glaube und das neue Jahrtausend, Freiburg-Basel-Wien 2000;
Christentum und europäische Kultur. Eine Geschichte und ihre Gegenwart, hrsg. von Peter Antes, Freiburg-Basel-Wien: Herder 2002.

17.04.2003 - Einführung und Festlegung des endgültigen Verlaufsplanes

24.04.2003 - Schrift (Altes u. Neues Testament) und Tradition

01.05.2003 - Maifeiertag

08.05.2003 - Gottes- und Menschenbild

15.05.2003 - Der historische Jesus und der Christus des Glaubens

22.05.2003 - Christliche Hochfeste im Kirchenjahr

29.05.2003 - Christi Himmelfahrt

05.06.2003 - Der christliche Gottesdienst

12.06.2003 - Pfingstpause

19.06.2003 - Der Christ in der Welt

26.06.2003 - Das Mönchtum

03.07.2003 - Schismen, Kirchen und Sekten

10.07.2003 - Das Christentum und die Angst

17.07.2003 - Fazit und Ausblick

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Dr. Dr. Bertram Schmitz

Die frühe Religionsgeschichte Ostasiens: China - Korea - Japan

SE 2, RelGes, Mo 14-16, Raum: Im Moore 21, Beginn: 14.04.2003

Religionsgeschichtlich zeichnet sich der ostasiatische Raum durch den Konfuzianismus einerseits und den Buddhismus in seinen für diesen Kulturraum spezifischen Formen andererseits aus, die seit der Mitte des letzten vorchristlichen Jahrtausends sich durchdringend, im Zusammenwirken mit einer jeweiligen „Substratreligion“ das religiöse Feld bilden. In diesem Seminar werden sowohl diese einzelnen Substratelemente, wie Daoismus und Shinto, als auch die beiden übergreifenden Religionen und deren Wechselwirkung untereinander thematisiert, wobei besonders der Zeitraum der Antike und des Mittelalters zugrunde gelegt wird. Dabei ist die traditionelle gesellschaftsprägende Wirkung des Konfuzianismus für ein Verständnis Ostasiens bis in die Gegenwart ebenso unerlässlich, wie die typisch japanische Form des Buddhismus in ihrem (ergänzenden) Gegenüber zum Shinto speziell für die Situation in Japan. Abschließend soll auch auf das frühe mittelalterliche ostsyrische Christentum sowie das lateinische Christentum in der Ming bzw. Anfang der Ching – Dynastie ein Blick geworfen werden. 

Literaturempfehlung:

Antes, Peter (Hg.): Große Religionsstifter, München 1992 (insb. R. Emmerich: Konfuzius, 160-185 u. H. - W. Schütte, Lao - Zi, 186-208);
Bechert, H. / Gombrich, R. (Hg.): Der Buddhismus - Geschichte und Gegenwart, München 1989 (insb. Der Buddhismus in Ostasien, Kap. IV., 215-293);
Eichborn, Werner: Die Religionen Chinas (Die Religionen der Menschheit, Bd. 21), Stuttgart etc. 1973;
Gernet, Jacques: Die chinesische Welt, Frankfurt 1983;
Moritz, R.: Die Philosophie im alten China, Berlin 1990.

14.04.2003 - Übersicht über den ostasiatischen Kulturraum – Endgültige Festlegung - des Verlaufsplanes.  

21.04.2003 - Kein Seminar (Ostermontag)

28.04.2003 - Chinesische Religionsgeschichte vor und neben Konfuzius

05.05.2003 - Konfuzius – Leben und Werke

12.05.2003 - Die klassische Gestalt des Konfuzianismus

19.05.2003 - Der konfuzianische Prägung Ostasiens

26.05.2003 - Lao Zi und das Dao – De – Ching

02.06.2003 - Der Daoismus

09.06.2003 - Kein Seminar (Pfingstmontag)

16.06.2003 - Der chinesische Buddhismus

23.06.2003 - Buddhismus in Korea

30.07.2003 - Buddhismus in Japan

07.07.2003 - Shinto

14.07.2003 - Das Christentum im Mittelalter in China

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Dr. Gustav-Adolf Schoener

Religionskritik – Teil I

SE 2, RelSys, Di 14-16 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 15.04.2003

Gewöhnlich verstehen wir unter Religionskritik eine externe In-Frage-Stellung einer Religion, ihrem Wahrheitsanspruch, ihrer Praxis und Funktion in der Gesellschaft. Religionswissenschaftlich wichtig ist aber vor allem die religionsimmanente Kritik, die gerade aus religiösen Motiven Gottesvorstellungen, Kult und Lebenspraxis der eigenen oder anderer Religionen kritisiert. So gesehen geht jede religiöse Reform- und Missionsbewegung von einer religionsimmanenten Kritik aus und möchte den einen Glauben erneuern oder gegen einen anderen behaupten. Jüdische, christliche und islamische Religionskritik versucht den eigenen monotheistischen Anspruch zu verteidigen oder gegen fremde Religionen durchzusetzen. - Der erste Abschnitt dieses Seminars wird sich mit der Religionskritik im Kontext dieser drei Religionen befassen. - Religionskritik in der antiken griechischen Kultur ist zu einem Teil immanente Kritik am homerischen Götterhimmel, geht aber doch von einem anderen Ansatz aus: sie fragt nämlich, ob der Götterglaube eigentlich vernünftigen Gründen standhält. Die Antworten sind sehr verschieden und manche bewegen sich schon deutlich in eine externe Religionskritik, die die Berechtigung von Religion überhaupt bestreitet. Die wichtigsten Gedanken der griechischen Religionskritik sollen im zweiten Abschnitt dieses Seminars untersucht werden.

Die Religionskritik aus Vernunftgründen ist schließlich die Vorlage für die Religionskritik in der Neuzeit, die im Teil II (WS 2003/04) behandelt werden soll.

Literatur:

Grundlegend die Artikel: ‚Religionskritik’ und ‚Religionstypen’ in: HrwG (Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe).
Heinrich, Elisabeth: Religionskritik in der Neuzeit, München 2001;
Klapwijk, Jacob: Philosophische Kritik und göttliche Offenbarung, Riehen 1991;
Klinkhammer,G.M./Rink,S./Frick,T.: Kritik an Religionen, Marburg 1997;
Meyer, Heinz: Religionskritik, Religionssoziologie und Säkularisation, Frankfurt/M. 1988;
Minos, Georges: Geschichte des Atheismus: von den Anfängen bis zur Gegenwart, Weimar 2000;
Schlette, Heinz Robert: Religionskritik in interkultureller und interreligiöser Sicht, Bonn 1998;
Weger, Karl-Heinz: Religionskritik, Köln 1991;
Zirker, Hans: Religionskritik, Düsseldorf 1982.

15.04.2003 - Einführung (RW und Rel.kritik)

22.04.2003 - Religionstypologie (HrwG - Religionstypen)

Religionskritik als Universalisierung von Religion

29.04.2003 - Jüdischer Glaube und die Religionskritik der Propheten

06.05.2003 - Jüdischer Glaube und die Religionskritik des Jesus von Nazareth

13.05.2003 - Christlicher Glaube und die Religionskritik des Paulus

20.05.2003 - Religionskritik der christlichen Apologeten

27.05.2003 - Stammesreligion, Judentum und die Religionskritik Mohammeds

Religionskritik als Entmythologisierung

03.06.2003 - Religionskritik der Vorsokratiker (Xenophanes, Aristophanes)

17.06.2003 - Religionskritik nach Sokrates (Euhemeros, Epikur/Lukrez)

24.06.2003 - Religionskritik der Skeptiker (Karneades und Sextus Empirikus)

01.07.2003 - Platonische Religionskritik am Christentum (Celsus)

08.07.2003 - Zusammenfassung: vom Mythos zum Logos

15.07.2003 - Abschlusssitzung

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Dr. Dr. Bertram Schmitz

Tora – Talmud – Schulchan Aruch – Seder hat-tefillot: Zentrale Texte des Judentums und ihr historischer Kontext

SE 2, RelGes, Di 16 – 18 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 15.04.2003

Die Tora (Fünf Bücher Moses) bildet in mehrfacher Hinsicht das Fundament für die drei abrahamitischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam. Mischna und Talmud hingegen zeigen die spezifische jüdische Auslegung und Aneignung dieser „Grundschrift“; der Schulchan Aruch stellt eine mittelalterlich – neuzeitliche Anweisung für die Praxis dar, der erwähnte Seder ein aktuelles Gebetbuch. Ziel dieses Proseminars ist es, die für das Judentum zentralen, sowie die besonders religionsgeschichtlich wirkenden Texte unmittelbar zu untersuchen und sie in ihren gesamtliterarischen und historischen Kontext einzuordnen. Dabei zeigt die Lehrveranstaltung einerseits diese Literatur aus dem jüdischen Blickwinkel, gibt aber andererseits auch einen historisch kritischen Überblick über die israelitisch – jüdische Literatur überhaupt und betont ihre Kontinuität. Der Schwerpunkt wird vor allem auf die ältere und damit grundlegendere Quellenliteratur gelegt.

Literaturempfehlung:

Die Tora in jüdischer Auslegung, Hg. W. G. Plaut, Gütersloh 1999 etc., Bd. 1 – 3.
Fohrer, G., Erzähler und Propheten im Alten Testament, Heidelberg/Wiesbaden 1989.
Neusner, J., Judentum in frühchristlicher Zeit, Stuttgart 1988.
Der babylonische Talmud, hg. L. Goldschmidt, Bd. 1 – 12, 1930ff/ Frankfurt a. M. 1996.
Stemberger, G., Das klassische Judentum, Kultur und Geschichte in der rabbinischen Zeit, München 1979.
Kizzur Schulchan Aruch, S. Ganzfried, Bd. 1 – 2, Basel 1988.
Zemer, M., Jüdisches Religionsgesetz – heute, Neukirchen – Vluyn, 1999.
Seder hat-teffilot, Das jüdische Gebetbuch, J. Magonet, Bd. 1 – 2, 1997.
Simon, H. u. M., Geschichte der jüdischen Philosophie, Leipzig 1999.

15.04.2003 - Einführung; entgültige Festlegung des Verlaufs; Genesis 1 – 11 („Urgeschichte“)

22.04.2003 - Die älteren Teile der Tora

29.04.2003 - Die frühe Königszeit

06.05.2003 - Prophetie

13.05.2003 - Der israelitische Kult 

20.05.2003 - Die griechische – israelitische Literatur

27.05.2003 - Die Umbruchsituation im 1. Jh. d. Zeitenwende

03.06.2003 - Konstituierung des rabbinischen Judentums und die Mischna

17.06.2003 - Der Babylonische Talmud (die Kultinterpretation)

24.06.2003 - Der Babylonische Talmud (von Feiertag und Kosmologie)

01.07.2003 - Der Schulchan Aruch / die MA – Philosophie

08.07.2003 - „Konfessionsbildung“ im Judentum

15.07.2003 - Das Reformjudentum / Abschluss des Seminar

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Fachdidaktik

Dr. Dr. Bertram Schmitz

Ethik in den Weltreligionen

SE 2, Mo 16-18, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 14.04.2003 (auch für den Magisterstudiengang geeignet)

Unterschiedliche Religionen beinhalten nicht nur bestimmte Glaubensinhalte, sondern durch sie wird auch eine bestimmte Norm des rechten Verhaltens nahegelegt oder sogar gefordert und ein bestimmtes Konzept von ethischen Werten vorgelegt: Was im Kontext der einen Religion als notwendig, wünschenswert oder verdienstvoll angesehen wird, kann in einer anderen irrelevant oder unerwünscht sein. Die Kenntnis dieser ethischen Konzepte lässt nicht nur das Verhalten von Menschen unterschiedlicher Religionen besser verstehen, sondern zeigt auch auf die religiöse und kulturelle Bedingtheit der jeweiligen Wertvorstellungen auf. Dieser Sachverhalt soll am konkreten Beispiel ethischer Grundlinien in den sog. „Weltreligionen“ aufgezeigt und diskutiert und auf anschauliche Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht hin untersucht werden. Abgesehen von den beiden Rahmensitzungen wird in dieser Veranstaltung jede dieser Religionen zunächst in einem ersten Termin in allgemeinen ethischen Grundlagen behandelt um im zweiten Termin auf je spezielle und spezifische ethische Themen dieser Religion einzugehen.

Literaturempfehlung und Lektürevorschlag:

Antes, Peter (Hg.): Ethik in nichtchristlichen Kulturen, Stuttgart 1984;
Khoury, A. Th. (Hg.): Das Ethos der Weltreligionen, Freiburg 1993.

14.04.2003 - Überblick über das Thema – Endgültige Festlegung des Verlaufsplanes

28.04.2003 - Judentum I

05.05.2003 - Judentum II

12.05.2003 - Buddhismus I

19.05.2003 - Buddhismus II

26.05.2003 - Hinduismus I

02.06.2003 - Hinduismus II

16.06.2003 - Christentum I

23.06.2003 - Christentum II

30.07.2003 - Islam I

07.07.2003 - Islam II

14.07.2003 - Gemeinsame Strukturen und Differenzen in den ethischen Konzepten dieser Religionen

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Hauptseminare

Prof. Dr. Dr. Peter Antes 

Religiöse Migration seit dem 19. Jahrhundert

SE 2, RelSys, Do 9-11, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 17.04.2003

Durch gezielte Missionsaktivitäten sowie durch politisch und wirtschaftlich bedingte Migrationen ist es seit dem 19. Jahrhundert zu einer beträchtlichen Ausweitung der Verbrei­tungsgebiete vieler Religionen gekommen. Dies hat Folgen für die Religionen (z.B. Adaptationen, Abgrenzungen) wie für die systematische Einordnung der Phänomene (Globalisiserung von Religion/en, Regionalisierung von Religion/en). Das Seminar wird beide Konsequenzen anhand konkreter Beispiele erörtern.

Literaturempfehlung:

Antes, Peter (Hrsg.): Vielfalt der Religionen. Baha'i, Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum, Naturreligionen, Neue religiöse Bewegungen, Astrologie, Hannover: Lutherisches Verlagshaus 2002;
Tworuschka, Monika und Udo (Hrsg.): Bertelsmann Handbuch Religionen der Welt. Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart, Gütersloh-München: Bertelsmann Lexikon Verlag 1992

17.04.2003 - Einführung und Festlegung des endgülti­gen Verlaufsplanes

24.04.2003 - Hinduismus im Westen

01.05.2003 - Maifeiertag

08.05.2003 - Buddhismus im Westen

15.05.2003 - Sikhismus im Westen

22.05.2003 - Christentum im hinduistisch-buddhistischen Kontext

29.05.2003 - Christi Himmelfahrt

05.06.2003 - Islam in Europa und Amerika

12.06.2003 - Pfingstpause

19.06.2003 - Afrikanische Religion(en) in Europa und Amerika

26.06.2003 - Neue Religionen und ihre Ausbreitung

03.07.2003 - Globalisierung von Religion(en) [Migration, Mission]

10.07.2003 - Regionalisierung von Religion(en) [Ethnizität, Diaspora]

17.07.2003 - Fazit und Ausblick

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Dr. Edith Franke

Religionen vor Ort als Gegenstand religionswissenschaftlicher Forschung II:
Religiöse Gemeinschaften in Hannover

SE 2, RelSys Fr 11-13 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 02.05.2003

In diesem Seminar sollen die im Wintersemester begonnen Arbeitsvorhaben zu religiösen Gemeinschaften und Gruppierungen in Hannover bzw. im Raum Hannover fortgesetzt werden. Das beinhaltet vor allem die Weiterführung und Beendigung der Erkundungen (Interviews, Teilnehmende Beobachtung, Materialrecherchen etc.), sowie die Auswertung und die Dokumentation der Ergebnisse. Ziel ist es weiterhin, Präsentationen der Ergebnisse zu erarbeiten und diese im Rahmen einer Publikation und/oder Tagung vorzustellen. Gedacht ist auch an den Austausch oder eine Koordination dieses Projektes mit ähnlichen Vorhaben an anderen Universitätsstandorten, insbesondere die Teilnahme an der Remid Tagung „Religionen Konkret“ im Juni 2003 in Leipzig.

Die Teilnahme ist nur möglich, wenn auch das vorangegangene Seminar im WS 2002/03 besucht wurde.

Die detaillierte Planung des Semesters erfolgt in der ersten Sitzung.

Beginn der Lehrveranstaltung am 02.05.2003.

Literatur:

Baumann, Martin: Qualitative Methoden in der Religionswissenschaft. REMID Schriftenreihe, Marburg 1998.
Flick, Uwe u.a. (Hg.): Handbuch qualitativer Sozialforschung. München 1991.
Franke, Edith / Matthiae, Gisela / Sommer, Regina (Hg.): Frauen Leben Religion. Ein Handbuch empirischer Forschungsmethoden. Stuttgart u.a. 2002.
Girtler, Roland: Methoden der Feldforschung. 4. Auflage Berlin, Köln, Weimar 2001;
Greschat, Hans-Jürgen (Hg.): Mündliche Religionsforschung. Erfahrungen und Einsichten. Berlin 1994;
Henkel, Reinhard: Atlas der Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften in Deutschland. Ein Religionsgeographie. Stuttgart u.a. 2001;
Klöcker, Michael / Tworuschka, Udo (Hg.), Handbuch der Religionen. Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland, Landsberg 1997;
Ruttmann, Herrmann: Religionen – Kirchen – Konfessionen. Glaubensgemeinschaften in Marburg. [Eine Studie des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes e.V. REMID] Marburg 1993;
Witzel, Andreas: Verfahren der qualitativen Sozialforschung. Überblick und Alternativen.
Frankfurt a. M. , New York 1982.

www.remid.de (Info zur Tagung und zu Neuen Religionen)

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Dr. Edith Franke

Religiöse Pluralität in Indonesien

SE 2, RelGes, Fr 9-11 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 02.05.2003

Der Inselstaat Indonesien ist von einer großen religiösen Vielfalt geprägt: Neben den „alten“ Stammesreligionen haben vor allem der Islam, aber auch Christentum, Hinduismus und Buddhismus die indonesische Kultur in vielfältiger Weise beeinflusst.

Anders als in den islamischen Staaten der arabischen Welt ist der Islam in Indonesien stark von der Einbeziehung unterschiedlichster religiöser und kultureller Strömungen geprägt. Die Tendenz zur Vereinheitlichung und Integration verschiedener religiöser Einflüsse ist seit Jahrhunderten ein typisches Merkmal der indonesischen, insbesondere der javanischen Kultur und hat dazu geführt, dass beispielsweise der Islam in Indonesien eine Ausprägung entwickelt hat, in der sich Elemente verschiedener Religionen, einschließlich des Christentums und indigener Religionen vermischen und dabei weitgehend friedlich koexistieren.

Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in die historische Entwicklung und die aktuelle Prägung der religiösen Landschaft Indonesiens zu vermitteln. Dabei sollen sowohl Islam und Christentum als auch Hinduismus, Buddhismus und die sog. Stammesreligionen betrachtet werden.

Im Hintergrund stehen Fragen nach dem Konflikt- und Integrationspotential von Religionen und nach Modellen im Umgang mit religiöser Pluralität.

Eine Liste mit möglichen Referatsthemen und Terminen wird ausgehängt.

In der ersten Sitzung am 02.05.2003 erfolgt die genaue Planung des Semesters und die Vergabe von Referaten und Hausarbeiten.

Literatur:

Beck, Herman L.: A Pillar of Social Harmony: The Study of Comparative Religion in Contemporary Indonesia. In: G.A. Wiegers (Hg.): Modern Society and the Science of Religions. An International Perspective. Leiden 2002, 331-349.
Beck, Herman L.: The Borderline between Muslim Fundamentalism and Muslim Modernism: An Indonesian Example. In: Jan Willem Van Henten / Anton Houtepen (Hg.): Religious Identity and the Invention of Tradition. Royal Van Gorcum 2001, 279-291.
Becker, Dieter: Die Kirchen und der Pancasila-Staat. Indonesische Christen zwischen Konsens und Konflikt. Erlangen 1996.
Cederroth, Sven: From Syncretism to Orthodoxy? The Struggle of Islamic Leaders in an East Javanese Village. NIAS Report No.3, Copenhagen 1991;
Engelbert, Thomas / Schneider, Andreas (Hg.): Ethnic Minorities and Nationalism in Southeast Asia.
Festschrift dedicated to Hans Dieter Kubitscheck. Frankfurt a. M. 2000;
Geertz, Clifford: Religiöse Entwicklungen im Islam. Beobachtet in Marokko und Indonesien. Frankfurt a. M. 1991;
Geertz, Clifford: The Religion of Java. New York 1960;
Jebens, Holger: Artikel: Indonesien. In: Metzler Lexikon Religion, Bd. 2, Stuttgart, Weimar 1999;
Kipp, Rita / Rogers, Susan (Hg.): Indonesian Religions in Transition. Tucson 1987;
Kohl, Karl-Heinz: Religiöser Partikularismus und kulturelle Transzendenz. Über den Untergang von Stammesreligionen in Indonesien. In: Hartmut Zinser (Hg.): Der Untergang von Religionen. Berlin 1986, 193-220;
Kuhnt-Saptodewo, Sri: Zur Möglichkeit einer ‚Inter-Kultur’ – Südostasien als Beispiel und ‚Indizienbeweis’. In: Thomas Mohrs / Sri Kuhnt-Saptodewo: Interkulturalität als Anpassung. Eine evolutionstheoretische Kritik an Samuel P. Huntington. Frankfurt a. M. u.a. 2000, 117- 152;
Pampus, Karl-Heinz: Islam in der Diaspora. Anmerkungen zu Südostasien. In: Gernot Rotter (Hg.): Die Welten des Islam. Neunundzwanzig Vorschläge, das Unvertraute zu verstehen. Frankfurt a. M. 1994, 145-158;
Pye, Michael: Syncretism versus Synthesis. In: Method and Theory in the Study of Religion, 6-3, 1994, 217-229;
Schiller, Anne: Small Sacrifices. Religious Change and Cultural Identity among the Ngaju of Indonesia.
Oxford 1997;
Stöhr, Waldemar / Zoetmulder, Piet: Die Religionen Indonesiens. Stuttgart u.a. 1965;
Stöhr, Waldemar: Die altindonesischen Religionen. III.Abt., Handbuch der Orientalistik 2.Bd., Abschn.2, Leiden 1976;
Waardenburg, Jacques: Muslims and Other Believers: The Indonesian Case. Towards a Theoretical Research Framework. In: R. Israeli / A.H. Jones (Hg.): Islam in Asia, Bd. II. Jerusalem 1984, 24-66;
Wandelt, Ingo: Der Weg zum Pancasila-Menschen. Frankfurt a.M. 1989;
Wawer, Wendelin: Muslime und Christen in der Republik Indonesien.
Wiesbaden 1974;
Zainu’ddin, A.: A Short History of Indonesia. New York 1970.

02.05.2003 - Planung des Semesters

09.05.2003 - Einführung ins Thema: Religiöse Vielfalt in einem islamisch geprägten Staat

16.05.2003 - Überblick zur indonesischen Religionsgeschichte

23.05.2003 - Die altindonesischen Religionen am Beispiel der Ngaju Dyak in Kalimantan/Borneo

06.06.2003 - Islam in Indonesien

13.06.2003 - Christentum in Indonesien

27.06.2003 - Hinduismus in Indonesien

04.07.2003 - Buddhismus in Indonesien

11.07.2003 - Probleme und Chancen religiöser Pluralität in Indonesien

18.07.2003 - Abschlusssitzung

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PD Dr. Adelheid Herrmann-Pfandt

Ordensregel und Ordensleben im Buddhismus

Se 2, RelGes, Fr 14-18, 14tägig, Ausweichtermin Sa 10-15, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn 09.05.2003

Das Leben der Mönche und Nonnen im Buddhismus, ihre Beziehungen untereinander sowie zu den Laien, - all dies ist Inhalt des vinaya (Ordensdisziplin) und im Vinaya-pitaka, dem ersten Teil des buddhistischen Schriftenkanons, geregelt. Das Vinaya-pitaka ist nicht nur das älteste erhaltene Rechtsdokument Indiens, sondern auch eine hochinteressante Quelle zu Religion, Kultur und Alltagsleben der frühen Buddhistinnen und Buddhisten, wobei aufgrund der Unterscheidung von Mönchs- und Nonnenregeln auch weitreichende Erkenntnisse über das Verhältnis der Geschlechter im Ordensleben möglich sind.

Wir wollen in diesem Seminar den Originaltext des Vinaya-pitaka sowie eigene Erfahrungsberichte früher Mönche und Nonnen auszugsweise lesen, interpretieren und durch Kurzreferate zu wichtigen Themen vertiefen. Als Ausgleich zu herkömmlichen Buddhismus-Darstellungen, die meist nur auf die Mönche blicken, soll das Schwergewicht der Betrachtung auf dem Nonnenorden liegen. Referate sollen stets Mönchs- und Nonnenregeln berücksichtigen und die Unterschiede herausarbeiten. Die Teilnehmer/innen sollen Grundkenntnisse des Vinaya-pitaka und die Fähigkeit, religionswissenschaftlich mit ihm zu arbeiten, fundierte Kenntnisse des Ordenslebens im frühen Buddhismus und späterer Entwicklungen sowie ein Gespür für die Notwendigkeit erwerben, geschlechtsspezifisch-einseitige Texte der Quellen- und Sekundärliteratur kritisch zu hinterfragen.

Referentinnen und Referenten sind gebeten, sich bis zur ersten Sitzung am 09.05.2003 in die am Schwarzen Brett des Religionswissenschaftlichen Seminars aushängende Referatsliste einzutragen (oder mit mir per Telefon oder Email ein eigenes Thema abzusprechen) und frühzeitig, möglichst schon während der vorlesungsfreien Zeit, mit der Arbeit an den Referaten zu beginnen. Ein Konzept des geplanten Referats, z.B. die Tischvorlage, soll im Rahmen der dem Vortrag vorhergehenden Sitzung mit mir abgesprochen werden. Schriftlich ausgearbeitete Referate bzw. Hausarbeiten (höchstens 20 Seiten) sollten in der Regel in der auf den Vortragstermin folgenden Sitzung abgegeben werden. Von Hausarbeiten wird erwartet, dass sie sich formal eng an die im Seminar erhältliche Broschüre Zur Einführung in das Studium der Religionswissenschaft, S. 12-34, halten und orthographisch korrekt abgefasst sind.

Englische Sprachkenntnisse sind unabdingbar, Kenntnisse des Pali und Sanskrit von Vorteil, aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme.

Grundlagenliteratur:

Dhirasekera, Jotiya: Buddhist Monastic Discipline: A Study of its Origin and Development in Relation to the Sutta and Vinaya Pitakas, Colombo 1982;
Hüsken, Ute: Die Vorschriften für die buddhistische Nonnengemeinde im Vinaya-Pitaka der Theravadin, Berlin 1997 (Monographien zur indischen Archäologie, Kunst und Philologie. 11.);
The Book of the Discipline (Vinaya-pitaka), Vol. I-VI, transl. I[saline] B[lew] Horner, Oxford, 1938-1966, reprint 1992-3 (Sacred Books of the Buddhists. 10.11.13.14.20.25.).

09.05.2003 Verbindliche Vorbereitungs- und Einführungssitzung

Einführung in das Thema mit geschichtlichem und forschungsgeschichtlichem Überblick

Besprechung des Bearbeitungsstandes der Referate und Gelegenheit zum Kopieren von in Hannover nicht vorhandener Sekundärliteratur.

Literatur: s.o., ferner

Dutt, Sukumar: Buddhist Monks and Monasteries of India: Their History and their Contribution to Indian Culture, London 1962, repr. Delhi 1988;
Horner, I[saline] B[lew], Women Under Primitive Buddhism: Laywomen and Almswomen, London 1930, repr.
Delhi 1975.

16.05.2003 - Die Gründung des Mönchs- und des Nonnenordens

Referatsthemen: Gründung des Mönchsordens, ~ des Nonnenordens

Literatur:

Klimkeit, Hans-Joachim: Der Buddha: Leben und Lehre, Stuttgart (u. a.) 1990, 91-106: siehe auch weitere Einführungen in den Buddhismus;
Hüsken, Ute: Die Einrichtung des buddhistischen Nonnenordens im Vinaya-Pitaka der Theravadin. In: Studien zur Indologie und Buddhismuskunde: Festgabe des Seminars für Indologie und Buddhismuskunde für Professor Dr. Heinz Bechert, hg. Reinhold Gründendahl, Jens-Uwe Hartmann, Petra Kieffer-Pülz, Bonn 1993, 151-170;
Laut, Jens Peter: Die Gründung des buddhistischen Nonnenordens in der alttürkischen Überlieferung. In: Ingeborg Baldauf, Klaus Kreiser, Semih Tezcan (Hg.): Türkische Sprachen und Literaturen: Materialien der ersten deutschen Turkologen-Konferenz, Bamberg, 3.-6.
Juli 1987, Wiesbaden 1991, 257-274;
Pinault, Georges-Jean: Un témoignage tokharien sur les premières nonnes bouddhistes, in Bulletin des études indiennes 9 (1991), 161-194.

23.05.2003 - Die inhaltliche Gliederung des Vinaya-pitaka

Referatsthemen: Überblicksreferat (evtl. aufgeteilt); Unterscheidung von Mönchs- und Nonnenregeln

Literatur: s.o., insbes. der Originaltext und Hüsken, Vorschriften.

06.06.2003 - Ausgewählte Regeln für Mönche und Nonnen

Gemeinsame Lektüre und Interpretation I

Referatsthemen: Ordenseintritt und –austritt, Das Jahr im Ordensleben, etc.

Literatur:

s.o., insbes. der Originaltext und Hüsken, Vorschriften, 460-5; 472; ferner

Herrmann-Pfandt, Adelheid: Askese, Versuchung und Inspiration: Frauen und ihre Sexualität im Buddhismus, in Sung-Hee Lee-Linke (Hg.): Das Hohelied der Liebe: Weibliche Sexualität in den Weltreligionen, Neukirchen-Vluyn 1998, 123-146

27.06.2003 - Ausgewählte Regeln für Mönche und Nonnen

Gemeinsame Lektüre und Interpretation II

Referatsthemen: Sozialbeziehungen der Ordensleute untereinander und zu den Laien, Regeln für die individuelle Lebensgestaltung (Ernährung, Sexualität, ...), etc.

Literatur: s.o., insbes. Originaltext und Hüsken, Vorschriften, 466-72

04.07.2003 - Erfahrungsberichte aus dem frühbuddhistischen Ordensleben: die Theragatha und Therigatha (gemeinsame Lektüre und Gruppenarbeit)

Referatsthemen: -

Literatur:

The Elders` Verses I: Theragatha. II: Therigatha, tr. with an introduction and notes by K[enneth] R[oy] Norman, London 1969. 1971 (PTS Translation Series. 40.);
Murcott, Susan: The first Buddhist women. Translations and commentaries on the Therigatha. Berkeley 1991;
Theragatha: Die Psalmen der Mönche des Buddha Gotama, neue dt. Fassung von Christine Schoenwerth, Utting/Ammersee, 1997.

11.07.2003 - Abschluss und Ausblick

Referatsthemen: 1. Geschlechtsspezifische Aussagen des Vinaya: Bedeutung und Wirkungen; 2. Die weitere Entwicklung und das Schicksal des Nonnenordens

Literatur

Falk, Nancy Auer: The case of the vanishing nuns: The fruits of ambivalence in ancient Indian Buddhism. In: Nancy Auer Falk, Rita M. Gross (Hg.): Unspoken worlds: Women´s religious lives in non-Western cultures. San Francisco 1980, 207-224;
Kajiyama, Yuichi: Studies in Buddhist philosophy (Selected papers).
Ed. K[atsumi] Mimaki. Kyoto 1989. Reprint in: Kajiyama, Yuichi (Hg.): Women in Buddhism, in The Eastern Buddhist, N.S.XV-2 (1982), 53-70;
Schopen, Gregory: Of monks, nuns and 'vulgar' practices: the introduction of the image cult into Indian Buddhism, in Artibus Asiae 49 (1988/89), 153-168;
Schopen, Gregory: Two problems in the history of Indian Buddhism: The layman/monk distinction and the doctrines of the transference of merit, in Studien zur Indologie und Iranistik 10 (1985), 9-47;
Skilling, Peter: A note on the history of the Bhikkhuni-sangha (I): Nuns at the time of the Buddha, in W.F.B.Review 30 (1993), 4. Quartal, 47-55;g, (II): The order of nuns after the Parinirvana, in Pali and Sanskrit studies: Mahamakut Centenary Commemoration Volume and Felicitation Volume presented to H. H. the Supreme Patriarch [Somdet Phra Nanasamvara] on the occasion of his 80th bithday. Bangkok, 2536/1993, 208-251. Repr.: W.F.B. Review 31 (1994), 1. Quartal, 30-49;
Sponberg, Alan: Attitudes toward women and the feminine in early Buddhism, in José Ignacio Cabezón (Hg.): Buddhism, Sexuality, and Gender.
Albany 1992, 28ff.

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Dr. Celalettin Kartal

Islam und Menschenrechte - Vergleich des Konzepts von Koran und Scharia mit dem Katalog der UN-Menschenrechtskonventionen.

SE 2, RelSys, Do 18.30-20.00, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 24.04.2003

Der Islam weist eine andere menschenrechtliche Konzeption auf, als der Katalog der UN-Menschenrechtkonventionen vorsieht. Sowohl die Details dieser Konzeption als auch ihre Kompatibilität mit dem westlichen Konzept der Menschenrechte werden bei den öffentlichen und universitären Lehrveranstaltungen zum Thema „Islam und Menschenrechte“ nicht hinreichend behandelt. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache sollen in diesem Seminar Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zwischen beiden Konzepten, sowohl der Theorie als auch der Praxis nach, vergleichend aufgezeigt und kritisch reflektiert werden. Zu diesem Zweck werden wir in den ersten Sitzungen der Veranstaltung die okzidentalen Menschenrechte und ihre Historie aufzeigen sowie ihre Einhaltung in der westlichen Welt überprüfen. Danach werden wir anhand ausgewählter Aspekte des Konzepts von Koran und Scharia wie z.B. die Stellung der Frau, der Schriftbesitzer/innen und der Heiden im „Gebiet des Islam“ mit dem westlichen „Menschenrechtskatalog“ die Konturen beider Konzeptionen verdeutlichen. Notwendigerweise wird dabei die sachlich gebotene Auseinandersetzung mit Dogmen, Ideologien und Verblendungen die Essenz dieser interdisziplinären Veranstaltung ausmachen.

Der Seminarplan kann im Hinblick auf Wünsche der Telinehmer/innen eventuell noch ergänzt oder geändert werden. Die Literaturhinweise dienen als Einstieg für die Vorbereitung und Vertiefung. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Einstiegsliteratur:

Krämer, Gudrun: Gottes Staat als Republik - Reflexionen zeitgenössischer Muslime zu Islam, Menschenrechten und Demokratie, Baden-Baden 1999;

Lewis, Bernard: Die politische Sprache des Islam, Berlin 1991;

Little, David / Kelsay, John / Sachedina, Abdoulaziz A.: Human Rights and the Conflict of cultures: Western and Islamic Perspectives on Religious Liberty, South Carlolina 1988;

Mayer, Ann Elizabeth: Islam and Human Rights - Tradition and Politics, London 1991;

Petersohn, Alexandra: Islamisches Menschenrechtsverständnis unter Berücksichtigung der Vorbehalte muslimischer Staaten zu den UN-Menschenrechtsverträgen, Bonn 1999.

Begleittexte:

a) Völkerrechtliche Verträge, Beck-Texte im dtv.;

b) Der Koran. Aus dem Arabischen übersetzt von Max Henning, Stuttgart 1996.

Am 01.05., am 29.05. und am 12.06.03 findet das Seminar nicht statt.

24.04.2003  Einführung in die Thematik, Vergabe von Referaten

(Wer über eines der unten genannten Themen referieren oder eine Hausarbeit schreiben möchte, wird gebeten,  sich  rechtzeitig telefonisch oder per E-Mail bei mir zu melten!)

08.05.2003  Die Menschenrechte und ihre Historie nach dem westlichen Konzept (UN-Konventionen)

1. Informativ: Stuby, Gerhard: Universalismus versus Partikularismus – Die Menschenrechte der dritten Generation, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 46-47/98, S. 27-35;
2. Bielefeldt, Heiner: Schwächlicher Werterelativismus, in: Der Islam und der Westen, S. 56 ff.; Höver, Gerhard (Hg.=: Religion und Menschenrechte-Genese und Geltung 2001 (anspruchsvoll);
3. Tomuschat, Christian: Die Menschenrechte und die Religionen, in: Schlett, Heinz Robert (Hg.): Religionskritik in interkultureller und interreligiöser Sicht, Bonn 1998, S. 145-158;
4. Waardenburg, Jacques: Religionskritik – Aufklärung, Emanzipation, Begegnung, in: Schlette, Heinz Robert (Hg.): Religionskritik in interkultureller und interreligiöser Sicht, Bonn 1998, S. 196 – 208;
5. Hoppe, Thomas: Menschenrechte im Spannungsfeld von Freiheit, Gleichheit und Solidarität, Stuttgart 2002 (Habilitationsschrift), Standort: FC 110 49.

15.05.2003  Die Praxis der Menschenrechte in der westlichen Welt (z.B. in der Bundesrepublik Deutschland, in den USA und in Großbritannien) und ihre Vereinbarkeit mit den UN-Konventionen

Klimminich, Otto: Religionsfreiheit als Menschenrecht: Untersuchung zum gegenwärtigen Stand des Völkerrechts, München 1990.

22.05.2003  Islamisches Menschenrechtsverständnis – Definitionen, Normen, Charakteristika, Kernaussagen des Islam im Unterschiede zum westlichen Konzept

1. Informativ: Wolfinger, Franz: Die Religionen und die Menschenrechte (Broschüre, 80 S.) – Eine noch unentdeckte Allianz, hrsg. vom IMG Katholischen Institut für missionstheologische Grundlagenforschung e.V. (Bd. 2), München (Standort: RelSys 310 13);
2. Informativ: Salem, Isam Kamel: Islam und Völkerrecht – Das Völkerrecht in der islamischen Weltanschauung, Berlin 1986 (Islamisches Recht, S. 21 – 29, Quellen des islamischen Rechts, S. 31 – 43);
3. Khoury, Adel Theodor: Juden, Christen und Muslime im Gespräch, Leutesdorf 1986 (knappe, verständliche Einführung);
4. Meier, Andreas: Der Politische Auftrag des Islam, Wuppertal 1994, S. 185 ff.;
5. Neuwirth, Angelika: Der Koran – Mittelpunkt des Lebens der islamischen Gemeinde, in: Weltmacht Islam, München 1988, S. 69 ff.;
6. Khoury, Adel Theodor: Die Scharia – Das islamische Rechtssystem, in: Weltmacht Islam, München 1988, S. 93 ff.

05.06.2003  Unterschiede und Gemeinsamkeiten des islamischen umma-Konzepts im Vergleich mit den UN-Konventionen

1. Informativ: Petersohn, Alexandra : Islamisches Menschenrechtsverständnis unter Berücksichtigung der Vorbehalte muslimischer Staaten zu den UN-Menschenrechtsverträgen, Bonn 1999 
2. Krämer, Gudrun: Gottes Staat als Republik – Reflexionen zeitgenössischer Muslime zu Islam, Menschenrechten und Demokratie, Baden-Baden 1999;
3. Kritisch, informativ: Küng, Hans u.a. (Hg.): Christentum und Weltreligionen, München, Zürich 1984, 32-201;
4. Little, David/Kelsay, John/Sachedina Abdoulatziz A.: Human Right and the Conflict of Cultures: Western and Islamic Perspectives on Religious Liberty, University of South Carolina 1988;
Mayer, Ann Elizabeth: Islam and Human Rights – Tradition and Politics, London 1991.

19.06.2003  Die islamischen Menschenrechts-Deklarationen im Vergleich mit den UN-Konventionen

1. Meier, Andreas: Der politische Auftrag des Islam – Programm und Kritik zwischen Fundamentalismus und Reformen: Originalstimmen aus der islamischen Welt, Wuppertal 1994, S. 516 ff.;
2. Informativ: Bielefeldt, Heiner: Schwächlicher Werterelativismus, in: Der Islam und der Westen, S. 56 ff.;
3. Charfi, Mohamed: Die Menschenrechte in den islamischen Ländern, in: Johannes Schwartländer: Freiheit der Religion – Christentum und Islam unter dem Anspruch der Menschenrechte, S. 93 ff.

26.06.2003  Die Stellung der Schriftbesitzer nach Koran und Scharia im Vergleich mit den UN-Konventionen

1. Ess, Josef  van: Islamische Perspektiven, in: Hans Küng u.a.: Christentum und Weltreligionen, München, Zürich 1984, S. 166 ff.;
2. Al-Awadi, Badria: Der Status der Frauen im Islam, in: Weltmacht Islam, S. 329-346; Heller, Erdmute: Die Frau im Islam, in: Weltmacht Islam, S. 347-362 (unkritisch);
3. Lewis, Bernard: Die Juden in der islamischen Welt – Vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, Berlin 1991;
4. Antes, Peter: Der Islam im Umgang mit Judentum und Christentum, in: Weltmacht Islam, S. 149-160.

03.07. 2003  Die Stellung der Schriftbesitzer unter Einbeziehung der Praxis in einigen islamischen Staaten im Vergleich mit den UN-Konventionen

1. Die Religionsfreiheit in den Ländern mit überwiegend islamischer Bevölkerung, Schriftenreihe von „Kirche in Not / Ostpriesterhilfe“ 1999 (informativ, aber nicht fundiert);
2. Jahresberichte von amnesty international usw.

10.07.2003   Die Stellung der Frau im Islam im Vergleich mit den UN-Konventionen

1. Küng, Hans u.a (Hg.): Eine christliche Antwort – Zur Frauenfrage, S. 137 ff.;
2. Falaturi Abdoldjavad: Die Scharia – Das islamische Rechtssystem, in: Weltmacht Islam, S. 93 – 111;
3. Al-Awadi, Badria: Der Status der Frau im Islam, in: Weltmacht Islam, S. 329-345 (unkritisch);
4. Informativ: Petersohn, Alexandra: Islamisches Menschenrechtverständnis unter Berücksichtigung der Vorbehalte muslimischer Staaten zu den UN-Menschenrechtsverträgen; Bonn 1999;
5. Engineer, Ali Asghar: The Rights of Women in Islam, London 1992;
6. Walther, Wiebke: Die Frau im Islam, in: Antes, Peter u.a.: Der Islam-Religion, Ethik, Politik, S. 98-124.

17.07.2003  Fazit, Kritik und Ausblick

P.S.: Es ist geplant, dieses Seminar „Islam und Menschenrechte – Vergleich des Konzepts vom Koran und der Scharia mit dem Katalog der UN-Menschenrechtkonventionen“ im nächsten Semester u.a. mit folgenden Themen fortzusetzen: 1. Die Stellung der Heiden im Islam; 2. Die Stellung der Frau im Alltag in den islamischen Staaten, 3. Der Gleichbehandlungsgrundsatz zwischen Mann und Frau in den islamischen Staaten und in der westlichen Welt; 4. Die Religions- und Meinungsfreiheit in Theorie und Praxis in den islamischen Staaten im Vergleich mit den UN-Konventionen; 5. Die Vor und Nachteile des islamischen Rechts im Vergleich zum westlichen Konzept.

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Dr. Gustav-Adolf Schoener

Die Funde von Qumran

SE 2, RelGes, Di 11-13 Uhr, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 15.04.2003

Im Jahre 1947 entdeckten Beduinen-Hirten in der Nähe des Toten Meeres mehrere Schriftrollen die in einer Höhle versteckt waren. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um jüdische Schriften aus der Zeit kurz vor oder im Verlauf der Entstehung des Christentums. Neben einer Siedlungsruine wurden bis 1956 zehn weitere Höhlen mit rund 1000 Schriftrollen und Fragmenten gefunden, die nicht nur in Forscherkreisen, sondern auch in der Öffentlichkeit viel Aufsehen erregten. Seit dem November 2001 liegen sämtliche Schriften entziffert vor. Ihre Mischung aus biblischen, apokalyptischen, messianisch-visionären, magischen und regelnden Texten macht gewisse Parallelen zur religiösen Gegenwartskultur im Rahmen von New Age sichtbar und hat zu sehr kontroversen Diskussionen über die Bewertung dieses Fundes geführt. Handelt es sich hierbei um frühchristliche, bestimmte jüdische und esoterische Schriftensammlungen? oder um eine Art strömungsübergreifende Bibliothek? Ist die Siedlung ein Kloster? Ein Skriptorium? Eine Militärsiedlung? Eine Manufaktur? Besonders brisant und religionswissenschaftlich interessant ist die Diskussion um die Frage, ob die Qumran-Gemeinschaft der Ursprung des Christentums sei. - Die Qumran-Forschung bietet ein Beispiel dafür, wie aus lokalen Gegebenheiten des Fundortes und aus der philologischen und historischen Arbeit mehr oder weniger gesicherte Erkenntnisse gewonnen und Hypothesen aufgestellt werden, die das religiöse und kulturelle Zeitgeschehen vor etwa 2000 Jahren beschreiben. In diesem Seminar soll einigen Schlüsselfragen dieser Forschungen nachgegangen werden.         

Literatur:

Grundlegende Literatur: 

Davies, P.R./Brooke, G.J.: Qumran. Die Schriftrollen vom Toten Meer, Stuttgart 2002. (Auslieferung 4. Quartal 2002);
Vanderkam, James, C.: Einführung in die Qumranforschung, Göttingen 1998.

Texte und Kommentare:

Charlesworth, James H. (Hg.): The Dead Sea Scrolls. Hebrew, Aramaic and Greek Texts with English Translations, bisher erschienen: Tübingen Bd.e I 1994, II 1995, IV A 1997, IV B 1999, VI B 2002;
Eisenman, Robert/Wise, Michael: Jesus und die Urchristen, 1992;
Maier, Johann: Die Texte vom Toten Meer, Bd. I und II, Basel 1960;
Maier, Johann: Die Tempelrolle vom Toten Meer, München 1978;
Maier, Johann: Die Tempelrolle und das ‚Neue Jerusalem’, München 1997;
Lohse, Eduard (Hg.): Die Texte aus Qumran, Darmstadt 1971;
Steudel, Annette (Hg.): Texte aus Qumran II, Darmstadt 2001;
Wise, Michael (u.a.): Die Schriftrollen von Qumran. Übersetzung und Kommentar, Augsburg 1997;
Zimmermann, Johannes: Messianische Texte aus Qumran, Tübingen 1998.

Deutungen, Diskussionen, Hypothesen

Allegro, John M.: Der Geheimkult des heiligen Pilzes. Rauschgift als Ursprung unserer Religion, Wien 1971;
Baigent, M./Leigh, R.: Verschlußsache Jesus. Die Qumranrollen und die Wahrheit über das frühe Christentum, München 1991;
Berger, Klaus: Qumran und Jesus - Wahrheit unter Verschluß?, Stuttgart 1993;
Betz, O./Riesner, R.: Jesus, Qumran und der Vatikan, Gießen 1993;
Brandmüller, Walter (Hg.): Qumran und die Evangelien -  Geschichte oder Geschichten?, Aachen 1994;
Cansdale, Lena: Qumran and the Essens. A Re-Evaluation of the Evidence, Tübingen 1997;
Chazon, Esther G./Stone, Michael: Pseudoepigraphic Perspectives: The Apokrypha and Pseudoepigrapha in Light of the Dead Sea Scrolls.
Leiden 1999;
„Der Spiegel“ 24/27 vom 29. 06.1970: Christus als Pilz. 25/18 vom 26.04.1971: Philologischer Pilz;
Eisenman, Robert: Jakobus, der Bruder von Jesus. Der Schlüssel zum Geheimnis des Frühchristentums und die Qumran-Rollen., München 1998.
Golb, Norman: Qumran - wer schrieb die Schriftrollen vom Toten Meer?, Hamburg 1994;
Lapide, Pinchas: Paulus - zwischen Damaskus und Qumran: Fehldeutungen und Übersetzuungsfehler, Gütersloh 1993;
Maier, Johann/Schubert, Kurt: Die Qumran-Essener, München 1973;
Mayer, Bernhard (Hg.): Christen und Christliches in Qumran? Regensburg 1992;
Rohrhirsch, Ferdinand: Wissenschaftstheorie und Qumran, Göttingen 1996.„Revue de Qumran“ (Zeitschrift: LB FH theol Zs 7841);
Silverman, Neil Asher: Die Messiasmacher. Der Aufstand von Qumran und die Schriftrollen vom Toten Meer, Bergisch Gladbach 1994;
Stegemann, Hartmann: Die Essener, Qumran, Johannes der Täufer und Jesus, Freiburg/Br. 1994;
Thiede, Carsten-Peter: Die älteste Evangelien-Handschrift?, Wuppertal 1992;
Thiering, Barbara: Jesus aus Qumran – sein Leben neu geschrieben, Gütersloh 1993;
Trever, John C.: Das Abenteuer von Qumran, Kassel 1967.

15.04.2003 - Einführung

22.04.2003 - Religionsgeschichtliche Orientierung: Judentum und neutestamentliche Zeit.

29.04.2003 - Die (Kriminal-)Geschichte des Fundes.

06.05.2003 - Biblische Schriftrollen

13.05.2003 - Messianisch-visionäre Schriften

20.05.2003 - Apokryphe und pseudepigraphe Schriften

27.05.2003 - Die Essener-Hypothese

03.06.2003 - Hypothese I: Qumran als Geburtsstätte des Christentums (R. Eisenman)

17.06.2003 - Hypothese II: Paulus als Reformjude (P. Lapide)

24.06.2003 - Hypothese III: Paulus als römischer Spion (M. Baigent/R. Leigh)

01.07.2003 - Hypothese IV: Naturmagische Halluzinationen als Ursprung des Christentums (J. M. Allegro)

08.07.2003 - Hypothese V: Jesus als Gegner der Qumran-Gemeinde (B. Thiering)

15.07.2003 - Abschlusssitzung

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PD Dr. Dr. Ina Wunn

Ausgewählte Religionen Indonesiens, der Südsee und Australiens

SE 2, RelGes, Do 14-16, Raum: Im Moore 21, Seminarraum, Beginn: 17.04.2003

Die Weltanschauungen der Völker Indonesiens, Australiens und der Südsee gehören mit zu den faszinierendsten Religionen überhaupt. Seit der Frühzeit ethnographischer und religionswissenschaftlicher Forschung bilden sie nicht nur einen Schwerpunkt innerhalb der Religionsgeschichte, sondern waren darüber hinaus vor allen Dingen Grundlage religionswissenschaftlicher Theoriebildung.

Dementsprechend soll im Seminar nach den Religionen Nordamerikas, die im vergangenen Wintersemester vorgestellt wurden, eine weitere Gruppe traditioneller Religionen bekannt gemacht werden. Gleichzeitig setzt sich das Seminar zum Ziel, wichtige religionswissenschaftliche Theorieansätze vorzustellen und anhand des völkerkundlichen und religionsgeschichtlichen Materials kritisch zu diskutieren.   

Die endgültige Festlegung der Themen erfolgt in der ersten Sitzung.

Beginn der Lehrveranstaltung ist am 17.04.2003.

Einführende Literatur:

Carey, Hilary Mary: Believing in Australia: a cultural history of religions, St. Leonards 1996;
Durkheim, Émile: Les formes élémentaires de la vie religieuse, Paris 1991;
Jensen, Adolf E.: Das religiöse Weltbild einer frühen Kultur, Stuttgart 1948;
Mauss, Marcel, Soziologie und Anthropologie 1 u. 2, München 1997;
Nevermann, Hans, Ernest A. Worms und Helmut Petri: Die Religionen der Südsee und Australiens, Stuttgart u. a. 1968;
Nourse, Jennifer: Conceiving spirits: birth rituals and contested identities among Laujé of Indonesia, Washington 1999;
Smith Kipp, Rita: Dissociated identities: ethnicity, religion, and class in an Indonesian society, Ann Arbor 1996;
Stöhr, Waldemar und Piet Zoetmulder: Die Religionen Indonesiens, Stuttgart u. a. 1965;
Swain, Tony, The religions of Oceania, London 1995;
Thompson, Roger Clark: Religion in Australia: a history, Melbourne 1994;
Voigt, Anna: Das Vermächtnis der Traumzeit: Leben, Mythen und Traditionen der Aborigines, München 1998;
Wagner, Wilfried, Mentawai: Identität im Wandel auf indonesischen Ausseninseln, Bremen 1989.

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